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Das Bauernhaus an Haar und Hellweg
Text und Fotos: Helmut Haase, Ense
  Unter einem Dach waren mit den Bewohnern links und rechts der Tenne oder Deele, wie sie auch genannt wurde, Kuh- und Pferdeställe angeordnet und darüber liegend sehr häufig Schlafkammern für das Gesinde.

Man muss sich heute schon ein wenig umsehen, will man an Haar und Hellweg das klassische Bauernhaus aus der großen Familie der Niedersächsischen Bauernhäuser zu Gesicht bekommen.

Der große geschnitzte Balken über dem Deelentor zeigt u. a. das Baujahr des Hauses an, so dass wir die Zeit bis um etwa 1650 aus eigener Anschauung kennen. Zu diesem Zeitpunkt hatte dieser Gebäudetypus seine über viele Jahrhunderte erlangte "Architektur" praktisch so vervollkommnet, dass er alle Belange eines Bauernhauses erfüllte. Praktisch war nichts mehr zu verbessern.
Im Westfälischen Freilichtmuseum in Detmold kann man ein solches Haus als bäuerliches Kulturdenkmal in seinem alten Zustand besichtigen und studieren. Es ist ein Zweckgebäude, welches in steter Entwicklung aus Wohnstätten der Frühzeit und des Mittelalters zu einer Form kam, die voll und ganz den Bedürfnissen des selbstbewussten Bauernstandes jener Zeit entsprach und das in einer eindrucksvollen schönen Einfachheit.

Betrachtet man seinen Grundriss, so kann man leicht erkennen, dass der Ursprung ein Einraumhaus war. In der Giebelseite, meist dem Wetter abgewandt, war das Deelentor in der Größe, dass ein voll beladener Erntewagen problemlos einfahren konnte. Die Deele (oder auch Tenne genannt) war ein einziger großer Raum, frei von störenden Stützen.
 
Einfach und ohne Umwege kam der Erntesegen vom Felde unter Dach und Fach und der Dreschplatz war die Tenne. Ebenso kurz war der Weg für Heu und Stroh, um das Vieh zu versorgen.

Im hinteren Querteil befand sich eine große Küche mit Herdstelle, später gemauert und mit großem Rauchfang. Daran schlossen sich die Wohnräume an. Von der Küche war einerseits eine Tür zum Hof hin, zu den Pferchen des Federviehs und den Schweinekoben und andererseits eine zum Brunnen und dem Garten. Hier am Herd war der Platz der Bäuerin und von hier aus konnte sie das ganze Haus wohl übersehen.

Als Bodenbelag sind meistens Steinplatten anzutreffen, aber auch kunstvoll in Fischgrätenmustern verlegte verschiedenfarbige Flusskiesel.

Die Wohn- und Schlafräume selbst waren häufig um ein halbes Geschoss in der Höhe versetzt, so dass von der Küche aus diese durch eine halbe Treppe nach oben zu erreichen waren. Über eine halbe Treppe wiederum nach unten befanden sich Milchküche und weitere Vorratsräume, die teilweise kühl unter der Erde lagen.
  Links und rechts der Tenne standen die Kühe und Pferde. Vom großen Innenraum konnten die Tiere leicht gefüttert werden, ihre Tränke, Futtertröge und Raufen für das Rauhfutter waren längsseits angeordnet. Durch rückwärtige Luken war das Ausmisten der Stallung durchaus einfach.
Über Pferde- und Milchviehboxen war ein Zwischengeschoss eingezogen, so dass sich im oberen Bereich Schlafkammern für das Gesinde ergaben. Durch je einen küchenseitigen Treppenaufgang links und rechts waren diese Räumlichkeiten zu erreichen.
Der so genannte Vierständerbau stand vom Querschnitt aus gesehen auf vier senkrechten Ständerbalken (zwei Deelen- und zwei Außenwandständer), die jeweils um ein Statikraster (Fach) die Hauslänge bestimmten. Je größer der Platzbedarf durch Mensch und Tier war, desto mehr Ständerraster in Längsrichtung hatte das Haus, und es war auch so ohne weiteres nachträglich in der Länge erweiterbar.

Die Höhe des Hauses ergab sich aus praktischen Erwägungen. Einmal musste ein voll beladener Erntewagen das Deelentor passieren können. Dieses Höhenmaß halbiert, ergab beidseitig der Tenne im unteren Bereich, wie bereits erwähnt, Stallungen für das Großvieh und im oberen Bereich Gesindekammern. Der gesamte Dachboden, erreichbar durch eine Luke in der Tennendecke, war Stauraum für Erntegut wie Heu, Stroh usw.
  Dieser Raum war im Winter der Wärmeschutz und im Sommer in Erwartung der Ernte leerstehend, diente er zur guten Durchlüftung des ganzen Gebäudes.

Das westfälische Bauerngehöft war aus Werkstoffen gebaut, welche die Natur rundum freigebig zur Verfügung stellte. Holz für Hausgerüst und Dachstuhl, für Tür und Tor. Weidenruten, Lehm und Stroh für die Verbauung der Gefache. Und für`s Dach Stroh, Reet, Holzschindel oder schon Dachziegel aus gebrannter Potterde.

Die Deele war Mittelpunkt des Jahres- und Lebenszyklus. Hier wurden die Feste gefeiert, Hochzeiten, Kindtaufen und der Erntedank. Hier stand auch die Totenbahre eines Verstorbenen und wenn der Bauer selbst zu seinen Vätern gegangen war, wurde ihm traditionsgemäß aus den Brettern des Deelenluks, der Sarg gezimmert, d.h. aus bestem abgelagertem Eichenholz. Hatte man den Verblichenen zum Tor hinaus getragen, gab es anschließend einen ausgiebigen Leichenschmaus, wiederum auf der Tenne.


Große Bäume umstehen das Haus in Erinnerung daran, dass der Ackersmann einstmals aus den schützenden Wäldern kam. Im Sommer behüten die mächtigen Kronen mit wohltuendem Schatten Haus und Hof und im Winter vor den Stürmen der Jahreszeit.
(veröffentlicht: S. 31, Ausg. 110/Herbst 2007)
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
E-Mail: info@ense-press.de

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