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Kunstwerke aus Himmelpforten in der St. Bernhard Kirche Niederense
Das Bild der Heiligen Familie in der Pfarrkirche St. Bernhard in Niederense stammt aus dem rechten Seitenaltar der alten Klosterkirche Himmelpforten. Es bildete dort eine Einheit mit zwei weiteren Altären, die aus unterschiedlichen Epochen stammten. Der Hochaltar und der linke Seitenaltar waren aus Marmor und Alabaster gefertigt. Geschaffen wurden sie von dem Giershagener Bildhauer Christoffer Papen 1725. Der rechte Seitenaltar von J. Leonard Falter aber war aus Holz.

Senator Schwartz aus Soest hat 1938, kurz vor dem zweiten Weltkrieg, eine Bestandsaufnahme von einigen Kirchen im Kreis Soest gemacht und die Klosterkirche Himmelpforten sehr gut beschrieben.

Der rechte (südliche) Seitenaltar ist dem linken angepaßt, aber aus Holz. Er ist in den Formen magerer und der Gesichtsausdruck der Heiligen ist leerer. Dargestellt sind: Im holzgeschnitzten Mittelrelief die Heilige Familie, darüber St. Barbara. Zwischen den beiden Bildern, in Rokokokartusche, das Wappen des Stifters, ein linksschräges, linksgekehrtes silbernes Beil, überhöht von goldener Krone in rotem Feld. Zwischen dem unteren und dem oberen Bild auf dem Gebälk eine Inschrift: R. Dominus Philippus v. Schmittmann. Scholsticus Susati donna D. D. Anno 1775 (von Herrn Philipp v. Schmittmann Scholaster in Soest gestiftet 1775). Im Nonnenverzeichnis taucht der Name Schmittmann mehrmals auf. Rechts und links vom unteren Bild je zwei Heilige, links Patroklus als Linkshänder (wohl durch die Art der Aufstellung der Figur veranlaßt), rechts Johannes Neppomucenus und Franz Xaverius.

Wer aber war der Schöpfer dieses Altares?

J. Leonard Falter! Der Schöpfer des Delbrücker Hochaltares und der Jesuitenkirche in Büren.

Macht ein kunstinteressierter Tourist eine Reise durch`s alte Hochstift Paderborn und durch`s Sauerland, dem ehemalige Herzogtum Westfalen, das Jahrhunderte hindurch zu Kurköln gehörte, so findet er in vielen Kirchen und Kapellen eine große Anzahl von Barockaltären des 17. und 18. Jahrhunderts oder wenigstens einzelne Statuen jener Epoche.

Galt in früheren Jahren zumeist die Bezeichnung "Barock" oder "Spätbarock", dann war man mit dieser Auskunft über die Kunstwerke in vielen Kirchen schon am Ende. Die Kunstwerke sind als Einzelobjekte zu betrachten und die Beurteilung im Zusammenhang blieb erst unserer Zeit vorbehalten. Als erste befaßten sich Albert Schröder und Leo Meyer mit der westfälischen Plastik des 17./18. Jahrhunderts. Aufsätze von Josef Wiegel und Anne Cleff, sowie eine Anzahl kleiner Schriften erweiterten die Zusammenhänge und brachten Licht in ein bisher völlig vernachlässigtes Kapitel westfälischer Kunstgeschichte. Systematische Vergleiche ergaben Zuordnungen der aufgefundenen Werke im südwestfälischen Raum zu den Vettern Johann Leonard Falter (1735-1807) und Johann Destadt (1748-1818), die beide in Schmallenberg geboren sind.

Über die beiden genannten Bildhauer ist in einem Artikel in der "Johannes Glocke" Nr. 45 vom 09.11.1986, Pfarrbrief der Kath. Kirchengemeinde in Delbrück, etwas ausführlicher geschrieben worden, nach Angaben eines in Paderborn herausgegebenen Kataloges zum Liborifest 1986 "Liborius im Hochstift Paderborn", auf der Seite 186. Der Delbrücker Hochaltar, der aus dem im Jahre 1803 aufgehobenen Kloster Bödeken stammt, wird eindeutig als eine Arbeit des Leonard Falter ausgewiesen.

Wer war dieser Bildhauer?

Bis vor wenigen Jahrzehnten wußte man nicht einmal den Namen und die Lebensdaten des Künstlers Falter, der 1973 im Katalog über eine Johannes von Nepomuk-Ausstellung, immerhin als äußerst produktiver, letzter Meister der "Rokoko-Skulptur" bezeichnet wird. Johann Leonard Falter ist um 1735 als Sohn des zugezogenen Zacharias Falter, der die Schmallenbergerin Angela Dicke geheiratet hatte, in Schmallenberg geboren. Sein Geburtsjahr war nur durch Rückrechnung seiner Sterbeeintragung zu bestimmen, da die Schmallenberger Taufbücher erst 1746 beginnen. Wo der junge Leonard seine bildhauerische Ausbildung erhalten hat, ist bis heute nicht geklärt. Aber irgendwann muß er dem Meister Theodor Axer begegnet sein, der sowohl in Grafschaft und in Worms arbeitete. Es gibt einige Werke Falters, die fast wie Kopien von Axer-Figuren wirken, so daß eine Zusammenarbeit mit dem Bildhauser nicht auszuschließen ist. Nach seiner Ausbildung blieb Falter bis 1762 in seiner Geburtsstadt. Im gleichen Jahr heiratete er Catharina Lockner in Büren und war ab 1767 dort ansässig.

In Büren arbeitete er an der Ausstattung der Jesuitenkirche. Die beiden vergoldeten großen Statuen am Hochaltar und die Apostel und Evangelisten in den Medaillons sind seine Werke (1769). In den Taufbüchern der Pfarrkirche St. Nikolaus, Büren, befinden sich zwischen 1768 bis 1782 sechs Eintragungen von Kindern der Familie Falter. 1805 stirbt Catharina und zwei Jahre später Leonard selbst am "hitzigen Brustfieber", so die Eintragung im Totenbuch unter der Nr. 10 vom März 1807. Der Meister starb also an einer Lungenentzündung. Die Plastiken von Falter zeigen stark ausgeprägte Gesichtszüge, mit scharf markierten Jochbögen und tiefliegenden Augen. Die Gesichter sind oft wenig ausdrucksbeseelt. Die Gestalten sind eher schlank und kantig in ihren Formen, auf Fernwirkung hin gearbeitet. Typisch ist auch eine scharfgradige, aber dabei flache Faltengebung. Die Gewänder zeigen vom Knie abwärts eine scharf geknickte Falte. Neben Darstellungen der Mutter Gottes waren es vor allem die damaligen Mode-Heiligen Franz Xaver und Johannes von Nepomuk, die gewünscht wurden. Bei den weiblichen Heiligen dominierten Agatha und Barbara (siehe Himmelpforten). Die Altarauszüge zeigen meistens die Allerheiligste Dreifaltigkeit, oft verbunden mit der Krönung Mariens. Sicherlich war Falter kein Künstler von überregionaler Bedeutung, aber er hatte seinen Platz in der Geschichte der Plastik Südwestfalens am Ende des 18. Jahrhunderts. Sein Wirken ist heute noch nicht vollständig erforscht und gesichert. Immer noch stößt man auf neue Entdeckungen, und die Liste der Orte, in denen Bildwerke von Falter erhalten sind, wird immer länger. Es wird noch einige Zeit dauern, ehe eine ab-schließende Würdigung des Bildschnitzers publiziert wird. Der Lehrer Franz Klanitz aus Gleidorf hat sich seit Jahren mit den Falter-Altären befaßt. Er war auch hier in Niederense und hat wertvolle Hinweise auf den Künstler gegeben.

Wir haben in Niederense von Falter noch das Bild der Heiligen Familie, die Statuen des Franziscus Xaverius, des Hl. Philippus, Patroklus, Johannes von Nepomuk, eine St. Georgsfigur und den Rest von einigen Engelsfiguren. Das Bild der Hl. Barbara ist leider nicht wiedergefunden worden.

Auch in der Lambertus Kirche, Ense-Bremen, befinden sich einige Statuen von Falter. Seine Eigenart verwirlichte der Künstler, in dem er Ring- und Mittelfinger bei seinen Statuen aneinander arbeitete.
Anselm Werthschulte, Ortsheimatpfleger in Ense
(veröffentlicht: Ausgabe 75/1998)
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
E-Mail: info@ense-press.de

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die aktuelle Ausgabe, Heft 149:
22.07.2017
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Kölner Erzbischof Engelbert von Berg † 07.11.1225
Wallfahrten
Gründung des Klosters Scheda
Adolf von Hatzfeld
Vorstenburg auf Richters Köpfchen über dem Ruhrtal
Die Not in der Zivilbevölkerung im 1. Weltkrieg 1914/18
Soester Fehde, Teil 2/2
Soester Fehde, Teil 1/2
Freiwillige Arnsberger Jäger-Kompanie als leichte Infanterie 1814 gegen Napoleon
1813 - Kosaken auf der Haar
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 2 von 2
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 1 von 2
Telegraphenlinie via Echtrop - Höingen
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 2, der Rückzug
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 1, Vormarsch u. Eroberungen
Kalenderreform 1582
Ernst von Bayeren stirbt am 17. Februar 1612 in Arnsberg
Goldfeuer bei Günne
1586 die Schlacht bei Bremen
Kaspar Schwarze, gnt. Betkaspar
Von Hexen und Ketzern
Wiedenbergkapelle
Niederenser Feldkreuz
100 Jahre Schützenhalle Bremen
Pängel Anton und Deutsches Wirtschaftswunder in Ense
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Alte Gewichte, Maße und Münzen
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Kutsche 1948 in Niederense verunglückt
Ehemaliges Totenläuten vom Niederenser Spritzenhaus
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Gut Oevinghausen Teil 2
Gut Oevinghausen Teil 1
B.Soerries 1883 emigriert
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