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ense-press - ... zwischen Ruhr und Möhne ... an der Haar notiert ...
Korndiemen, ein aus den Feldfluren verschwundenes Bild der Vergangenheit
Noch Anfang der 60er Jahre wurden zur Erntezeit größere oder auch kleinere Kornhaufen auf den Stoppelfeldern angelegt. Danach jedoch zogen in der Ernte die Mähdrescher übers Feld. Nun wurden Getreide und Stroh getrennt eingebracht.

Auf den ersten kleineren, zum Teil von Schleppern gezogenen, Mähdreschern wurde Hafer, Gerste, Weizen und Roggen in Jutesäcke abgefüllt, so wie hinter der Dreschmaschine. Aber bald spuckten die immer größeren Drescher das Erntegut aus den Korntanks mit einer Schnecke lose auf die Anhänger. Heute sind maximal bis zu 100 dt (Dezitonne) je Hektar (50 Zentner je Morgen) Weizen bei intensivem Anbau nicht selten zu erzielen. Maschinen mit fünf Meter breiten Schneidwerken ernten am Tag bis zu 15 Hektar. Die Hauptfrucht Weizen hier an der Haar wird bei gutem Wetter in etwa fünf Tagen eingebracht.

Die Lager- und Trocknungsmöglichkeiten auf den Höfen werden heute wesentlich ergänzt durch die Siloanlagen der Kornhäuser und Händler, die tausende Tonnen Getreide erfassen können.

Nicht so einfach gestaltete sich die Lagerung der Ernte vor der Zeit des Mähdreschers. Selbst eine Ernte von etwa 20 Zentner je Morgen war ein sehr großer Arbeitsaufwand. Auf dem Werler Bauernmarkt am Erntedanktag 1997 wurde unter anderem ein Mähwerk mit Ableger, ein Mähbinder und ein geschmückter Erntewagen mit Getreidegarben im Festzug mitgeführt. Das Getreide schnitten früher die Bauern vor der "Totreife" , das Korn reuerte dann noch nicht aus den Ähren, und sie stellten dann die Garben von Hand auf in die Richten. Je nach Fruchtart und Gegend stellten die Erntehelfer bis zu zwölf Garben aufrecht zu einer Richte zueinander. Von den in langen Reihen liegenden Getreidegarben nahm man je eine links und rechts unter den Arm mit den Ähren nach vorn, um sie dann zu einem Paar aufrecht, sich etwas gegenseitig anlehnend, zu stellen. Am Anfang und Ende der Richte kamen meist zwei Paar zur Abstützung außen davor. Die langen Richtenreihen auf den Stoppelfeldern blieben je nach Wetterlage drei oder mehr Tage zur Abreife stehen. Dieses typische Bild aus der Ernte ist der älteren Generation noch gut in Erinnerung. Der Maler Eberhard Viegener hat wohl wie kein anderer dieses Landschaftsbild an der Haar hin zu den Soester Kirchtürmen malerisch festgehalten.

Die Gerste, das Futterkorn und als erstes reif, wurde zuerst eingefahren. Sehr oft hat man früher Gerste gleich vom Feld weg ohne Einlagerung gedroschen. Frische Futtervorräte waren gefragt, auch zum Tausch oder Verkauf. Hier in Sieveringen konnte dann zum Schützenfest, das immer schon Ende Juli gefeiert wurde, mit ersten Ertragsergebnissen geprunkt werden. Anfang August füllten auch Weizen und Hafer die Scheunen. Roggen und Mengkorn (Weizen und Roggen gemischt ausgesät) nahmen früher den größten Flächenanteil ein. Der Roggen, das Brotkorn, bot viele Anbauvorteile bezüglich Düngung, Winterfestigkeit, Fruchtfolge und Strohmenge.

Nicht ausreichender Scheunenraum, allgemeine Ertragssteigerungen oder Spitzenernten machten zusätzlichen Lagerraum erforderlich. Die langen, schweren Roggenbunde waren zudem lästig zum Einfahren und Einbansen in die engen Scheunen. Also entstanden Strohdiemen, Kornhaufen (Häoupen) im Feld. Auch Kötter und kleine Leute packten aus Platzmangel ihre ganze Ernte von z. B. drei Morgen in einen Haufen. Vor der Separation (Flurbereinigung 1932 in Sieveringen) standen in der Heie (westlich der Lanner Ostönnen -Volbringen) am Weg entlang etwa 15 Stück von Besitzern aus Sieveringen und Ostönnen.

Heinrich Bette (geb.1905) aus Sieveringen hat Jahrzehnte auf mehreren Höfen Korndiemen mit bis zu 20 Morgen Inhalt gepackt. Er beschreibt den Arbeitsablauf beim Bau so einer Dieme und erzählt eindrucksvoll zum Beispiel aus der Ernte 1918 auf dem Schäferhoff, als noch viele Männer im Krieg waren. Der Knecht Vollmer hat mit 18 Jahren von Montag bis Samstag neun Morgen Roggen mit der Sense gemäht, und Bette mit 13 Jahren gleichzeitig alles allein aufgenommen und mit Strohseilen gebunden.

Der für einen Haufen anzulegende Kreis richtete sich nach der anfallenden Menge des Erntegutes, und musste gut mit altem Stroh als Unterlage abgedeckt werden. In der Mitte stellten sie die ersten Garben aufrecht im Kreis. Daran immer flacher anliegend und überlappend mit den Ähren zur Mitte zeigend wurde die erste Schicht angelegt.
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Korndiemen
Korndiemen
  (Bildarchiv Anselm Werthschulte): Kornernte 1950  
Der „Baumeister“ legte nun von Hand Kreis um Kreis die Lagen, achtete dabei auf ein deutliches Gefälle von der Mitte nach außen, und ließ sich immer von der gleichen Seite die Garben zuwerfen. Bis zum Erreichen der Stapelhöhe bildete jede Lage etwas mehr Überstand am Außenrand. Waren mehr als 60 % der vorgesehenen Erntemenge im Stapel, mußte mit dem „Dach“ begonnen werden. Ab der Traufenhöhe wurde jede weitere Lage zur Mitte hin mehr und mehr eingezogen. Um den Regen abzuleiten, legte man die Garben in den Schichten mit noch mehr Gefälle nach außen, nur die Stoppelenden der Bunde waren jetzt zu sehen. Es entstand das kegelförmige Dach, an dessen Spitze eine lange Fichtenstange etwas herausragte. Ganz oben banden sie langes Stroh um die Stange, und steckten waagerecht zur Festigkeit noch ein paar Stöcke hinein. Bei sehr großen Haufen brauchte man zuletzt zwei Helfer zusätzlich, die auf einer angelegten Leiter standen, um die letzten Bunde hochzureichen. Ein großes Tagewerk war getan, sofern das Wetter günstig blieb.
Herbststürme und Regen konnten normalerweise diesem „Bauwerk“ nichts anhaben. Die Dieme mußte nun noch kurzfristig wenigstens mündlich bei der Provinzial-Feuerversicherung Münster über Wilhelm Lutter in Niederense angemeldet werden. Sonst konnte es ja wie im Jahr 1932 bedauerlich enden. Ein Haufen mit vier Morgen Roggen, die gesamte Ernte des Josef Gosselke, ging in Flammen auf. Ein fünfjähriger Junge hatte in der Nähe zusammengeharktes Stroh gezündelt und durch Funkenflug den Haufen in Asche gelegt. Somit war, da nicht versichert, die gesamte Ernte des Jahres dahin.

Im Herbst oder Winter, Nachbarschaftshilfe war selbstverständlich, begann das Dreschen. Dann kam Heinrich Gosselke (Oldmester) bis Anfang der 20er Jahre mit der Lokomobile und der Dreschmaschine. Einige Jahre trieb dann ein stationärer Deutz Motor das Ganze an, bevor der erste Verdampfer-Bulldog mit Eisenrädern seine Dienste tat. Im ersten Weltkrieg wurde Heinrich Gosselke von seinen Brüdern Josef und Bernhard vertreten. Auch August Böddeker betrieb seit den 30er Jahren ein Lohndruschunternehmen.

Hatte der Sturm und Regen, und die Ratten und Mäuse keinen Schaden angerichtet, konnte der Lohn der harten Arbeit geerntet werden.

War das Brotkorn im Sack, wurden vielfach bargeldlos einige „Außenstände“ verrechnet. Und die Leute brachten auch ihr Korn nach Stollen Theo zur Mühle. „Multern“ hieß die Verrechnung. Der Kunde bekam 85 Pfund Mehl vom Zentner Korn zurück. Den Rest behielt „Onkel Theo“ ein für das Mahlen. Weiter verrechneten einige ihren Zentner Mehl beim Bäcker für Brot und den Backlohn.

Heute ist eine ganz extreme Alternative das „Home-Banking“.
Jochen Peters, Sieveringen
(veröffentlicht: Ausgabe 81/2000)
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
E-Mail: info@ense-press.de

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die aktuelle Ausgabe, Heft 149:
23.08.2017
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Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 1 von 2
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Napoleons Russland-Feldzug, Teil 2, der Rückzug
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