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Die Dreschmaschine kommt!
Vor mehr als 40 Jahren war für uns Kinder das Getreidedreschen auf dem Hofe immer wieder ein aufregender Tag. Eine feste Erinnerung an die Menschen und Maschinen ist geblieben.

Damit es morgens möglichst früh losgehen konnte, traf das „ganze Werks“ zumeist am Vorabend schon ein. Der Bulldog voran kündigte lautstark in der Dorfstraße das Eintreffen des Dreschkastens an. Wir liefen dem Ungetüm entgegen, wollten erleben, ob die große Maschine mit der angehängten Strohpresse und dem Kaffrohrwagen die Hofeinfahrt schaffte. Die großen Jungs sprangen auch irgendwo auf. Nicht nur der Traktor, auch die Eisenreifen und selbst die Kaffrohre auf dem Wagen verursachten ein lautes Gepolter bis zum Halt auf dem Hof.
  Alle nannten ihn Oldmester, den Dreschmeister, der nach der Begrüßung unverzüglich den hinzugekommenen Helfern Anweisungen gab.
Der Zug wurde auseinandergehängt und der Bulldog zog sofort den Dreschkasten in die offene Scheunentenne. Ganz langsam unter lauten Zurufen wurde nach links und rechts stenguliert.
War es sehr eng, wurde die hintere Achse entriegelt und mit einer eingesteckten Deichsel von Hand nachgesteuert. In der Scheune, brachte eine große, klickende Winde alle Maschinenseiten in die Waagerechte. Wir reichten dabei Keile und Bretter an und verfolgten auch die eingebaute Wasserwaage, bis alles stimmte. Seitlich wurden noch die Kaffrohre um die Ecken bis zur Remise angelegt.
Bevor Oldmester den Bulldog bestieg, rief er noch: „Blagen got do denne“. Bei ihm hielt alles sehr genau. Vor allen Dingen weil jetzt der Bulldog vorwärts zum Kasten gedreht zu stehen kam, wo der lange Lederriemen zum Antrieb auf die Schwungscheibe aufgelegt und mit „hüh und hott“ genau ausgerichtet wurde. Damit der Riemen immer gut stramm blieb, hat ein Mann schnell den Traktor fest verkeilt. Hinten an der Maschine wurde nun noch die Strohpresse vorgesetzt und eine lange Strohrutsche festgemacht. Später hatte die Dreschmaschine eingebaute Elektromotoren und eine eingebaute Strohpresse.
Es war mit Sicherheit schon dunkel, eine Laterne angezündet, bis alles korrekt aufgebaut war. Sicher trank man auch noch ‘nen Klaren, es wurde gefachsimpelt und Niggemähren aus den Nachbardörfern berichtet.

Am nächsten Morgen ist Oldmester als Erster in der Scheune. Er läuft mit der Ölkanne, prüft die vielen Riemen und Schüttler und wirft den Bulldog an. Die Dreschleute rufen: „Lott brummen“.
 
Zuerst leise, dann unüberhörbar lauter brummt der Kasten monoton, bis der Mann oben Garbe auf Garbe offenschneidet und in den Kasten einläßt. Von der Banse (Lager der Getreidegarben bzw. -bunde) werden nun dem Einleger fleißig die Garben zugeworfen. Wird das Getreide ungleichmäßig zugeführt, so geht es nur wumm, wumm und so fort, sogar beim Bulldog fällt die Drehzahl ab. Oldmester muß laut fluchen, „säo goit dat niett Mannsluie“, wo er doch jetzt endlich etwas Ruhe haben sollte.

Auch gibt`s was hinter die Löffel, wenn wir mit den Nachbarskindern auftauchen und immer dreister herumturnen. Zuerst auf der Banse, dann im Stroh, das über die Rutsche in eine leere Banse gepackt wird. Überall könnten wir einen Gang oder eine Bude bauen. Wie verrückt spielen wir beim Kaff, Staub spielt keine Rolle. Wir lassen uns das stichelige Zeug nur so um die Ohren blasen. Je mehr Mut, desto mehr Sporen war bei uns im Zeug. Am reizvollsten war der Sackaufzug. Schwere Jutesäcke hievte er dem Mann hinter der Maschine aufs Kreuz, der sie dann auf den Anhänger trug. Zwischendurch fuhren wir Fliegengewichte per Druck auf einen Hebel hoch und nach einem Ruck sauste die Plattform wieder runter. Daneben durften wir unter dem Trieur leere Säcke anhängen und zusehen, wie das Klein- und Schmachtkorn ausgereinigt wird.

Nach einiger Zeit gab es die erste Schnapspause. Ein Klarer half gegen den Staub und das Kratzen im Hals. Beim Kippen des Pinnekens sahen wir in den staubigen Gesichtern oft gerötete Augen und hinter dem Halstuch einen Rand von Schweiß und Staub. Überhaupt wirkten alte Blaumänner und andere alte geflickte Kleidung auf uns stark und etwas gespenstisch. Nur Oldmester trug Stiefelhose, Gamaschen, Lederschuhe und eine abgearbeitete Lederjacke. Er rauchte Strangtabak in seiner großen Pfeife. Natürlich nur außerhalb der Scheune.

Wenn es „rattenkalt“ beim Dreschen und eine Banse fast leer war, banden die Leute die Hosenbeine mit „Packsband“ zu und Nachbars Flocky wurde herbeigeholt. Unter der letzten Lage Garben hatten sich viele Ratten eingenistet, die mit Hilfe des flinken Hundes und Schlagstöcken gejagt wurden. Diese hektische Hatz auf die Schädlinge erlebten wir schön vorsichtig auf einem etwas höheren Fachwerkbalken sitzend.
  Bevor die Getreidefrucht gewechselt oder das Dreschen beendet wurde, kratzte man das Ausfallgetreide um und auf dem Kasten mit Besen und Schüppe zusammen. Es wurde zuletzt durch den Dreschkasten geschickt und verursachte zum Schluß noch eine Staubwolke, in der die ganze Scheune verschwand.

Der Abbau der Dreschmaschine ging dann schnell voran, es blieb eine Tenne voll Unrat aufzuräumen.
Alle faßten mit an, um den ganzen Zug zusammenzuhängen. Die Männer schoben so gut sie konnten, zur Not griffen sie kräftig in die Speichen.

„Gut gohn, bit duise Dage“, Oldmester bestieg den sich tief abfedernden Traktorsitz und griff mit beiden Händen zum hölzernen Lenkrad, wie wenn er sich beim Start daran festhalten müßte. Jetzt fuhr wieder mit dem gleichen Gepolter und Gerappel das Gespann vom Hof.

Als 1958 an einem Sommerabend auf einem Gerstenfeld nahe am Dorf zum ersten Mal ein selbstfahrender Mähdrescher arbeitete, staunten viele Leute über diesen technischen Fortschritt. Schweißtreibende Arbeit auf dem Felde und harte, staubige Stunden in der Scheune blieben jetzt erspart. Dies war der Anfang vom Ende der Dreschmaschinen.

Einem der ältesten Zuschauer blieb jedoch großer Zweifel, er konnte es nicht fassen. Ich habe es selbst gehört, als er immer wieder rief: „Meggen un Dearsken in oinem, datt giet niet“.

Jochen Peters, Sieveringen
(veröffentlicht: Ausgabe 82/2000)
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
E-Mail: info@ense-press.de

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