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Die Anfänge des Enser Schulwesens (Teil 3)
In der letzten Ausgabe ENSE-PRESS schloss die Fortsetzung mit der völligen Zerstörung der Oberenser Schule, durch einen Brand nach nur dreijährigem Schulbetrieb.
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von 1811 bis 1932 -
ehem. Mädchenschule Bremen,
heute: Kirchplatz 13
Der Unterricht ging aber weiter, und zwar zunächst im Haus des Landwirts Grae und schließlich in der Rochus-Kapelle, was wiederum zu einer Beschwerde des Lehrers Schulte führt, der am 6. Februar an die Regierung schrieb, dass er sein Amt niederlegen werde, falls er genötigt werde, noch einen Winter in der nicht heizbaren Rochus-Kapelle zu unterrichten.
Ob dieses Ultimatum Schultes den Ausschlag gab, ist zweifelhaft, aber jedenfalls entschlossen sich die zum Schulbezirk Oberense gehörenden Gemeinden, die Schule rasch wieder aufzubauen, und zwar großzügiger als das alte Gebäude, wie der Zahlenvergleich es zeigt, denn während für die alte Schule 695 Reichstaler und 70 Stüber aufgewendet werden mussten, wurde der Neubau, der 1816 fertiggestellt wurde, mit 1745 Reichstalern veranschlagt. 150 Jahre wurde in Oberense Unterricht gehalten, erst als 1949/50 in Bilme eine neue Schule errichtet worden war, gab man das inzwischen recht baufällig gewordene Gebäude auf.
Die von Pfarrer Sauer initiierte Neuordnung der Schulbezirke und die neuen Schulen in Waltringen und Oberense brachten für die Bremer Pfarrschule zunächst eine Entlastung. Zuletzt waren in der Schulstube im unteren Stockwerk mit einer Fläche von 9 Fuß Breite und 25 Fuß Länge 120 Kinder zusammengepfercht (FS Bremen, S.86). Das obere Stockwerk des Gebäudes, das ungefähr dort stand, wo 1905 die Sakristei erbaut wurde, diente als Lagerraum für die Kornabgaben, auf die die Bremer Kirche Anspruch erhob, und für das Holz, das die Kinder mitzubringen hatten, damit im Winter die Schulstube geheizt werden konnte.
Auch nachdem in Oberense und Waltringen neue Schulen entstanden waren, herrschte im Bremer Schulzimmer eine qualvolle Enge, legt man jene Zahlen zugrunde, die Krafft 1789 in seinem Bericht an das Kölner Generalvikariat angab: Demnach gab es in diesem Jahr in den Orten des Pfarrbezirks insgesamt 355 schulfähige Kinder vom 5. bis zum 15. Lebensjahr. Geht man davon aus, dass diese Zahlen auch über 1789 hinaus einigermaßen konstant blieben, dann muss 1802, nachdem der Schulbezirk Bremen mit den Orten Parsit, Höingen, Ruhne, Gerlingen, Waterlappe und Sägemühle eingerichtet worden ist, mit etwa 170 Kindern gerechnet werden zuzüglich jenen ungefähr 50 Kindern aus Lüttringen und Hünningen, da Waltringen ja mit dem Bau einer eigenen Schule nur für die eigenen Kinder aus dem geplanten Schulbezirk ausgeschert war. Auch wenn man berücksichtigt, dass viele Kinder nur unregelmäßig am Unterricht teilnahmen, die Sollstärke also niemals erreicht wurde und ab 1810 die Mädchen gesondert in der Mädchenschule unterrichtet wurden, ist es kaum vorstellbar, dass in der Bremer Pfarrschule jemals ein geregelter Unterrichtsbetrieb zustande gekommen sein soll.
Die gemeinsame Erziehung von Jungen und Mädchen war im 17. und 18. Jh. weniger Erziehungsideal als praktische Notwendigkeit angesichts der geringen Unterrichtskapazitäten, und so wurde zwar vom Generalvikariat die Einrichtung gesonderter Mädchenschulen propagiert, aber in den meisten Ortschaften nicht durchgesetzt. Anders verlief die Entwicklung in Bremen, wo man neben der Pfarrschule 1809/10 auch noch eine Mädchenschule errichtete. Diese Mädchenschule verdankte ihre Existenz wohl hauptsächlich dem Engagement des Pfarrers Krafft, der sich seit 1802, als die Neuorganisation des Schulwesens im Kirchspiel begann, für sie einsetzte. Dass diese Mädchenschule trotz der engen finanziellen Möglichkeiten, die sich bisher immer hemmend auf den Ausbau und den Betrieb der Schulen ausgewirkt hatten, zustande kam, wird möglicherweise erklärbar, wenn man in die Schulgeschichte Bremens auch jenes ”Devotessen-Institut” einbezieht, das 1748 von Pfarrer Nortberg als testamentarische Stiftung ins Leben gerufen worden war. Bei den Devotessen, umgangssprachlich auch ”Kloppen” genannt, handelte es sich um „arme Jungfern, die von ehrbaren Aeltern ehelich und frei zu Bremen oder anderswo geboren wären, und die das Gelübde der ewigen Keuschheit bei dem Pfarrer zu Bremen ablegen würden. Selben wurde es freigelassen bei ihren Aeltern oder bei anderen zu wohnen, sich mit dem Unterrichte der Jugend, oder einer sonstigen anständigen Handarbeit zu beschäftigen” (GHH Cl93, B1.2) Aufnahme konnten die Devotessen auch im sogenannten ”Hospital” finden, einem Haus auf dem „Dullenkotten” (heutige Stern-Apotheke), das von Pfarrer Nortberg erbaut worden war. Zum Hospital gehörten auch Ländereien, die zur Finanzierung des Devotessen-Institutes beitragen sollten. Im weitesten Sinn konnte das Institut als eine Wohlfahrtseinrichtung für unverheiratete und verwitwete Frauen betrachtet werden, denen in der patriarchalisch strukturierten ländlichen Gesellschaft sonst kaum andere Möglichkeiten offengestanden hätten als das Leben im Kloster oder das als unverheiratetes und häufig nicht gut gelittenes Mitglied der bäuerlichen Großfamilie. Diesen Frauen wurde durch die Einrichtung des Devotessen-Instituts und durch die Pfründe des Hospitals ein relativ eigenständiges Leben ermöglicht, und die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die im Zusammenleben mit anderen Frauen erworben und vertieft werden konnten, verhalfen einigen Frauen auch zu einer beruflichen Tätigkeit außerhalb der Mauern des Instituts, wenn auch die Möglichkeiten dazu äußerst eingeschränkt waren. So arbeiteten von den 15 im Jahr 1776 von Nortberg namentlich aufgeführten Devotessen zwei als Lehrerinnen, nämlich Elisabeth Kerkhoff in Waltringen, die dort nach Kraffts Aussage noch 1789 tätig war, und Anna Christina Schmitz in Werl. Anna Angela Düser arbeitete 1789 als Lehrerin, und zwar in Hünningen, wie aus dem Bericht Kraffts hervorging. Auch 1803, nachdem das Herzogtum bereits an das Großherzogtum übergegangen war und das Institut kurz vor der Auflösung stand, wurden noch, als man überlegte, wer an der geplanten Mädchenschule unterrichten könnte, immer wieder Devotessen in Betracht gezogen. So teilte Krafft 1803 der Schulkommission im Hinblick auf die zu gründende Mädchenschule in Bremen mit, dass drei ”Frauen-Personen” die Aufnahme ins Devotessen-Institut beantragt hätten. Weiter schlug er vor, dass diese Frauen die Mädchenschule in dem auf dem Dullenkotten stehenden Wohnhaus betreiben könnten.
Ein enger Zusammenhang zwischen dem Devotessen-Institut und der Bremer Mädchenschule bestand darüber hinaus aber auch in finanzieller Hinsicht, denn eine Verfügung der Arnsberger Regierung von 1802 bestimmte, dass die neu einzurichtende Mädchenschule über das Devotessen-Institut finanziert werden sollte, indem beim Tod einer Devotessin deren Pfründe in den Schulfond einfließen sollten.
Es kam nicht mehr dazu, dass eine Devotessin an der Bremer Mädchenschule unterrichtete, das Institut wurde im Zuge der Säkularisation schließlich aufgelöst.
Nachdem es auch von Seiten der Regierung in Arnsberg befürwortet worden war, eine Mädchenschule einzurichten, ging es jetzt um die Standortfrage. Krafft hatte ja bereits das Wohngebäude der Devotessen auf dem Dullenkotten ins Gespräch gebracht, aber das Haus war in einem sehr schlechten baulichen Zustand, wie Krafft im Dezember 1805 dem Schulrat berichtete. Schließlich entschloss man sich zum Neubau, und zwar auf dem Grundstück, auf dem sich heute, Kirchplatz 13, noch das Gebäude der ehemaligen Mädchenschule befindet. Am 22.3. 1811 teilte der Werler Amtsassessor Floret dem Schulrat in Arnsberg mit, dass der Schulbau in Bremen vollendet sei. Einen guten Monat später aber beschwerte Krafft sich über erhebliche bauliche Mängel wie ein undichtes Dach und ein eingestürzter Schornstein. (GHH IIC 194)Trotzdem war der Schulbetrieb schon 1810 aufgenommen worden, und die erste Lehrerin der Bremer Mädchenschule, Franziska Pröpper aus Neheim, hatte samt Mutter und Schwester die kleine Dienstwohnung im oberen Stockwerk der Schule schon bezogen.
Über 120 Jahre wurden in der Mädchenschule die Schülerinnen zunächst aller Stufen, später die der Oberstufe unterrichtet. Erst als 1932 die neue Volksschule in Bremen ihren Betrieb aufnahm, war die Geschichte der Mädchenschule an ihr Ende gelangt. Das Gebäude wurde verkauft und diente fortan privaten Zwecken.
Quelle: Archiv der Gemeinde Ense
(veröffentlicht: Ausgabe 93/2003)
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
E-Mail: info@ense-press.de

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die aktuelle Ausgabe, Heft 148:
26.04.2017
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Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 1 von 2
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B.Soerries emigrates 1883
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