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Visitationsprotokolle von 1790 über eine entscheidende Episode
Teil 5 - Die tiefe Vereinsamung der Nonne Wilhelmina Iskenius und die alltäglichen Probleme des Klosteralltags.
Eine große Bedeutung bekommt auch der Vorwurf den Ludgardis Huntum gegen die Iskenius erhob, dass diese nämlich sie dazu überreden wollte, keine Profess abzulegen. Vielleicht wollte sie die etwa gleichaltrige Hontumb vor einem Schritt bewahren, den sie für sich als falsch erkannt hatte.
  Sicher ist jedenfalls, dass sich Wilhelmina Iskenius spätestens 1790 in einem Teufelskreis befand: Ihr Verhalten gegenüber den Oberen und den Konventualinnen trieb sie innerhalb der klösterlichen Gemeinschaft in die Isolation, und diese Isolation wiederum bestärkte sie darin, die anderen zu provozieren.
Eine besondere Dynamik erhielt diese Entwicklung dadurch, dass es sich bei der klösterlichen Gemeinschaft um eine geschlossene Gruppe handelte, in der sich Konflikte nicht nach außen entladen konnten, so dass man geradezu angewiesen war auf jemanden, der so wie die Iskenius bereit war, die Rolle des Außenseiters zu übernehmen.

Wilhelmina Iskenius war ein zutiefst unglücklicher und einsamer Mensch, und man mag ihren Brief an den Fürstbischof als einen Hilferuf deuten. Auch ihr Gespräch mit Neesen zeugt von der tiefen Vereinsamung, in der sie sich befand. Zunächst beschwerte sie sich ebenso wie die anderen über die alltäglichen Probleme des Alltags wie etwa das harte Fleisch, über die häufig brummige Priorin, dann über ihre besondere und für sie erniedrigende Situation, über keinen Spielpfennig zu verfügen. Obwohl sie kränklich sei, was auch von den anderen bestätigt wurde, habe sie nicht das Geld für eine Brunnenkur oder ein Glas Wein. Als wesentlich bedrückender musste sie jedoch die zunehmende Isolation empfinden, der sie spätestens seit Bekanntwerden der Visitation ausgesetzt war. So beklagte sie sich bei Neesen darüber, dass sich seit acht Tagen alle Konventualinnen von ihr abgewandt h &ml;tten und sie allein sitzen ließen. Deshalb konnte sie auch nichts von der im Konvent getroffenen Absprache wissen, dem lateinischen Brevier gegenüber dem deutschen den Vorzug zu geben. Ihre Ausgrenzung durch die anderen zeigte sich auch darin, dass sie kaum mehr Gelegenheit hatte, im Klostergarten spazieren zu gehen, weil dies nur in Zweiergruppen erlaubt war und keine Konventualin sich bereit fand, sie zu begleiten. Zuletzt machte sie den Vorschlag, das Silentium an den Namenstagen der Konventualinnen aufzuheben, ein Indiz dafür, dass sie unter ihrer Isolierung litt und einen Versuch machte, diese zu überwinden. Auch ihre häufigen Verstöße gegen das Silentium machen deutlich, dass ihr durchaus an einer Kommunikation mit ihren Mitschwestern gelegen war.

Das Ergebnis der Visitation war kaum dazu geeignet, die Situation der Iskenius im Kloster zu verändern, denn die Reformvorschläge Neesens stellten die alte Verfassung des Klosters grundsätzlich infrage. Zwar hatte Neesen in seinem Schreiben an den Erzbischof diesen angemahnt, die Iskenius unter seinen Schutz zu stellen, weil sie mit der Anforderung der Visitation ein gutes Werk getan habe (Leidinger, S.293), aber letztendlich ging es ihm nicht um ihre Person, sondern allein um die Durchsetzung seiner Reformpläne. (Vgl. im folg. Leidinger 5. 340) So sollte die hierarchische Ordnung durch ein Kollegialprinzip aufgelockert werden, das der Äbtissin einen Ältestenrat von 12 Konventualinnen zur Seite stellte. Das strenge Disziplinarwesen sollte abgeschafft werden. Als drastischer Eingriff wurde von den Nonnen sicher auch das Verbot begriffen, Branntwein zu trinken,

der sich als Medizin im Kloster große Beliebtheit erfreute. Außerdem sah der Plan vor, die traditionelle Paternität zu Bredelar aufzuheben, dessen Abt nicht nur die geistliche, sondern auch die wirtschaftliche Aufsicht über Himmelpforten innegehabt hatte. Von nun ab sollten die klösterliche Jahresrechnungen von kurfürstlichen Beamten revidiert werden. Die wirtschaftlichen Verhältnisse erfuhren in der kurzen Zeit, die Himmelpforten als Kloster bis zur Säkularisierung noch verblieb, durch die von Neesen angeregten

Maßnahmen wie etwa eine effektiver gestaltete Landwirtschaft und Verpachtung von Klosterland eine merkliche Verbesserung. Von einschneidender existentieller Bedeutung für Himmelpforten war jedoch die von Neesen beeinflusste Entscheidung des Kölner Erzbischofs, bis zur endgültigen wirtschaftlichen Sanierung dem Kloster zu verbieten, weitere Laienschwestern und Konventualinnen aufzunehmen, was langfristig das Ende des Klosters bedeuten musste. Folgerichtig setzte man im Kloster alles daran, die als Bedrohung empfundene Reform abzuwenden. Äbtissin und Konventualinnen - mit Ausnahme der Iskenius - wandten sich in insgesamt zwei Briefen an den kurfürstlichen Erzbischof. Darin wiederholten sie im wesentlichen nochmals, was sie auch gegenüber Neesen immer wieder betont hatten, nämlich dass sie an ihrer alten Ordnung festhalten wollten. Weiter enthielt das erste Schreiben die Bitte, Profess und Einkleidung der fünf anstehenden Kandidatinnen zu genehmigen und schließlich Vorwürfe gegen die Iskenius und Neesen. Neesen habe Aussagen erpresst, die Iskenius begünstigt, die ohne Schuld der anderen unzufrieden mit ihrem Stand sei. Erst die kostspielige Visitation habe sie alle in Verwirrung und Trübsal gestürzt. (zit. nach Leidinger, S.341).
Beendigung der Visitation 1790 und Auflösung des Klosters 1804 in der Weihnachtsausgabe.
(veröffentlicht: Ausgabe 98/2004)
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
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