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Visitationsprotokolle von 1790 über eine entscheidende Episode
Teil 6, Schlussfortsetzung - über die zweite Visitation im Oktober 1790 und wie die Geschichte des Klosters 1804 mit einem Akt der Ungehorsamkeit zu Ende ging.
Der Kurfürst reagierte mit einer Verordnung vom 6. September 1790, in der Neesen und seine Vorgehensweise eine Verteidigung erfuhren und Äbtissin und Konventualinnen wegen ihrer Unarten getadelt wurden. Von einer Bestrafung und Zwangsverwaltung des Klosters sah er jedoch ab und entsandte stattdessen den Abt Laurentius von Bredelar als erzbischöflichen Kommissar im Oktober 1790 zu einer zweiten Visitation nach Himmelpforten. (Vgl. hierzu Leidinger, 5. 343ff, der den Verlauf der Visitation wiedergibt und Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Reformplänen Neesens und denen des Bredelarer Abtes herausarbeitet.)
  Abt Laurentius, der von der Notwendigkeit grundlegender Reformen in Himmelpforten ebenso überzeugt war wie Neesen, wurde von Äbtissin und Konventualinnen weitaus freundlicher aufgenommen als sein Vorgänger, sei es wegen seiner moderateren Art oder wegen der traditionellen Anbindung des Klosters an Bredelar. Inzwischen schien man die aufmüpfige Wilhelmina Iskenius unter Kontrolle gebracht zu haben, oder diese hatte endgültig resigniert, denn die Befragung der Konventualinnen durch den Abt ergab, dass keine von ihnen irgendwelche Beschwerden vorzubringen hatte.
Die von Abt Laurentius erarbeiteten Reformvorschläge stimmten im wesentlichen mit denen Neesens überein, milderten sie zum Teil ab oder modifizierten sie. Inwieweit sie sich in den Jahren bis zur Aufhebung im einzelnen noch durchzusetzen konnten, darüber liegen keine detaillierten Nachrichten vor ( Leidinger S. 346). Was eindeutig durchgesetzt wurde, war das vom Kurfürst ausgesprochene Verbot der Neuaufnahme von Konventualinnen und Laienschwestern. Damit war dann auch das Schicksal der Himmelpfortener Zisterzienserinnen besiegelt, die, wie von Spiegel es in seiner Denkschrift 1802 empfohlen hatte, zum Aussterben verurteilt waren. Die alte Ordnung, die die Nonnen so vehement verteidigt hatten, ging dann durch die Säkularisierung 1802/03 unwiederbringlich verloren. Zwar war Himmelpforten von den Säkularisationsbehörden als geschlossenes Frauenkloster eingeordnet worden, was rechtlich eine Säkularisierung des Klosterbesitzes, aber nicht des Konvents bedeutete und ein Bleiberecht der Konventualinnen beinhaltete (Klueting, S. 110f), aber die Nonnen bestanden auf Aufhebung ihrer Gemeinschaft. (Der Briefwechsel, auf den im folgenden Bezug genommen wird, findet sich im Erzbischöflichen Archiv Paderborn, Bd. 81 (blau))

Ihre Beweggründe, die sie dazu veranlassten, beim Generalvikar den für das Verlassen des Klosters notwendigen Dispens von der Klausur zu beantragen, machen deutlich, dass sie die alt her gebrachten Prinzipien ihres Ordensleben nicht mit den Anforderungen der neuen Zeit in Einklang bringen konnten. Konventualinnen und Probst beklagten sich in ihren Schreiben an das Generalvikariat über allzu große Einschränkungen und ständige Unruhe durch die Beamten, die mit ihren Familien auf dem Klostergelände wohnten. Außerdem sei die staatlich ausgesetzte Pension von 300 Reichsthalern zu niedrig, um Haushaltung, von der man keinen Begriff habe, und Leben der Konventualinnen, die alle kränklich seien, zu bestreiten. Und zu guter Letzt wurde ein Argument angeführt, das zeigt, dass auch vierzehn Jahre nach den Visitationen des Jahres 1790 die alten Denkstrukturen fest in den Köpfen der Konventualinnen verhaftet waren. Denn, so kann man in den Briefen sowohl des Probstes als auch in dem von Äbtissin und Konventualinnen lesen, es gehe nicht an, dass für alle die Pension in gleicher Höhe angesetzt worden sei, da dadurch die „Subordination” gefährdet sei. So grenzt es dann auch an`s Tragikomische, dass die Geschichte der Zisterzienserinnen in Himmelpforten, die soviel Wert gelegt hatten auf Ordensdisziplin und Gehorsam, mit einem Akt des Ungehorsams zu Ende ging. Als nämlich das Generalvikariat sich weigerte, den Nonne Dispens von der Klausur zu erteilen und sie deswegen nach Rom verwies, verließen im Mai 1804 die Frauen ihr Kloster eigenmächtig, das über lange Zeit Teil ihrer Identität gewesen war, um bei Verwandten unterzukommen. Dieser Verstoss gegen die Ordensregeln lässt sich nur aus der tiefen Verzweiflung heraus erklären, in der sich die Nonnen befunden haben müssen. Hatten sie sich jahrelang geweigert, eine Reform der mittelalterlichen Ordensverfassung zuzulassen, so mussten sie nun erkennen, dass die politischen und geistes geschichtlichen Ereignisse und Strömungen ihre überlieferte Lebensform nun grundsätzlich infrage stellten. Indem die Himmelpfortener Nonnen ihr Kloster verließen, kapitulierten sie vor der neuen Zeit, der sie nichts mehr entgegenzusetzen vermochten und an die sie sich anzupassen sie versäumt hatten.
Quelle: Archiv Gemeinde Ense
(veröffentlicht: Ausgabe 99/2004)
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