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75 Jahre Bismarckturm in Möhnesee-Delecke
75 Jahre Bismarckturm in Möhnesee-Delecke
Der bekannte Aussichtsturm auf dem Haarstrang zwischen Soest und Möhnesee!
Bild: Margret Beerwerth, Möhnesee
Auf der höchsten Erhebung des Haar­strangs zwischen dem Möhnesee und der Stadt Soest (286 m ü. NN) steht seit 1934 ein 18 m hoher Aussichtsturm, dessen Planung sowie Fertigstellung über zwanzig Jahre dauerte: Er ist der bekannte Bismarckturm, ein Wahrzeichen der Gemeinde Möhnesee. Als Wegweiser steht er von Weitem sichtbar am Kreuzungspunkt der B 229 (Arnsberg - Soest) und B 516 (Haarweg) in der Gemarkung Delecke.
Im Jahr 2009 jährt sich die Einwei­hung des Turms,
der zu Ehren des ehe­maligen Reichskanzlers Otto von Bismarck erbaut worden ist, zum 75. Mal. In Deutschland und in einigen europäischen Ländern (Dänemark, Frankreich, Österreich, Polen etc.) hat man in der Zeit von 1899 bis 1934 insgesamt 240 solcher Monumente an exponierten Plätzen errichtet. Der Boom zur Errichtung von Bismarcktürmen begann im Jahr 1898 kurz nach dem Tode des Reichskanzlers. Die deutsche Studentenschaft fühlte sich dem ehemaligen Reichskanzler Otto von Bismarck eng verbunden und schrieb einen nationalen Architektenwettbewerb zum Bau von überdimensionalen Feuersäulen als Ehrenmale aus. Den Preis gewann im April 1899 der erst 23 Jahre junge Architekt Wilhelm Kreis. Sein monumentaler Entwurf „Götter­dämmerung“ ist trotz beginnender Jugendstilzeit 47-mal verwirklicht worden, u. a. auch in Lüdenscheid und Hagen. Viele Städte ließen in dieser Zeit durch heimische Architekten auch eigene Entwürfe zum Bau von Bismarcktürmen entwickeln und ausführen. Das besondere Kennzeichen ist eine Feuerschale auf (fast) allen Turmköpfen. In ihr sollten an bestimmten Tagen zu Ehren von Bismarck - gleich einem Netzwerk - weithin sichtbare Flammen auflodern. Auch für den Delecker Bismarckturm war eine Feuerschale vorgesehen.
Die Planungen für diesen Turm gehen bis ins Jahr 1912 zurück. Am 97. Geburts­tag Bismarcks, dem 1. April 1912, erschien im Soester Anzeiger ein Arti­kel, dass in Soest oder in der näheren Umgebung zu Ehren des ehemali­gen Reichskanzlers ein Bismarckturm fehlen würde. Als würdiger Einweihungstermin sollte tunlichst Bismarcks 100. Geburtstag dienen. Die benachbarten Städte Unna, Lüdenscheid, Dortmund und Hagen hatten bereits ‚ihren’ Bismarckturm. Da sollte der Nationalstolz der Bevölkerung im Kreis Soest nicht länger zurückstehen. Der Soester Verein der Nationalliberalen Partei griff die Idee auf und rief ein Turmbaukomitee ins Leben. Den Vorsitz hatte Buchdruckereibesitzer Wilhelm Jahn, der am 7. Mai 1912 die erste Sitzung einberief. Anfang Februar 1913 stand der Beschluss, den Turm an viel befahrener und weithin sichtbarer Stelle auf dem Haarstrang zu errichten. Gutsbesitzer Bernhard Schulte aus Drüg­gelte stellte ein zwanzig Ar großes Grundstück (2.000 m2) an der Kreuzung: Haarweg/Provinzialstraße (von Soest nach Arnsberg) kostenlos zur Verfügung. Mitte Februar reichte Stadtbaurat Sudhoff den Bauentwurf ein, der im oberen Teil der Turmsäule einen Umgang und eine Feuerschale vorsah.
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Von Mitte März bis Mitte April 1913 er­schienen in Tageszeitungen mehrfach ganz­seitige Spendenaufrufe zur „Errichtung eines Bismarckdenkmals für die Stadt und den Kreis Soest“. Das Projekt sollte 12.000 bis 15.000 Reichsmark kosten. Schon im Mai 1913 genehmigte der Oberpräsident von West­falen dafür eine Haussammlung. So kamen bis Ende August 1913 rund 7.000 Mark zusammen. Dieses Sümmchen reichte, um im Frühjahr 1914 mit dem Bau des Bismarckturms zu beginnen. Am 1. März 1914 bekam der Maurermeister Eberhard Heitger aus Günne den Bauauftrag und schon am 25. März 1914 ließ er für die Fundamente ausschachten. Zur feierlichen Grundsteinlegung am 1. April 1914 erschienen aus allen Teilen der Bevölkerung über 300 Personen. Bis August 1914 war das Bauwerk für 8.080 Mark bereits auf eine Höhe von acht Metern gewachsen, als die Arbeiten wegen des 1. Weltkriegs von 1914 bis 1918 ausgesetzt werden mussten.
Der Vorsitzende des Komitees Wilhelm Jahn konnte erst am 18. Februar 1919 wieder aktiv werden. Er unterbreitete den Vorschlag, beim Weiterbau des Bismarckturms auch eine Gedächtnisstätte zu Ehren der Gefallenen des 1. Weltkrieges aus dem Kreis Soest gleich mit einzurichten. Spendenaktionen bis zum Frühjahr 1920 brachten einen Betrag von 27.600 Reichsmark. Die Zusatzmaßnahmen sollten damit eigentlich finanziert werden. Doch die einsetzende Inflation machte sich auch hier schon negativ bemerkbar. Die Kosten explodierten, sodass bis 1921 nur ein Weiterbau möglich war, den die Firma Wappelhorst, Körbecke, ausführte.
Die gusseisernen Tafeln für die 1.200 Namen der Gefallenen aus dem Kreis Soest zu einem Preis von 50.000 Mark kamen nicht zur Ausführung.
Im März 1921 beteiligte sich der Kreis Soest mit einer «außeror­dentlichen Beihilfe» von 10.000 Mark. Jetzt konnte man zum Feuchtigkeitsschutz das äußere Mauer­werk verfugen.
Die Inflation 1923 und die weltweite Wirtschaftskrise 1929 stoppten mangels ‚hartem’ Geld alle weiteren Bauarbei­ten. Am 20. Dezember 1923 übernahm der Kreis Soest das halb fertige Bauwerk und ließ zur Gebäudesicherung alle Fensteröffnungen zu mauern. Das sollte Vandalismus fernhalten.
Der langjährige ‚Motor’ des Bismarckturm Projektes, Wilhelm Jahn, starb am 24. Dezember 1924 und mit ihm zunächst die Vollendung des Objektes. Erst ein Artikel, der groß am 27. August 1926 in der Tagespresse über die Schande der Bauruine berichtete, machte die Kreisverwaltung plötz­lich mobil.
Auch die im Kreistag vertretenen Parteien erkannten die Notwendigkeit. Doch bei der Sitzung des Kreistags am 4. August 1927 kam es dann leider nur zu einer Vertagung des Punktes «Ausbau des Bismarckturms».
Im Februar 1930 gründete sich der «Verkehrsverein Möhnesee», welcher sofort das Problem «verwahrloster Bismarckturm» in Angriff nahm. Im September und nochmals Anfang Oktober 1930 wandte sich der Verein an den Landrat, der den Antrag zur Fertigstellung in der Kreisver­waltung persönlich auf den Weg brachte. Diese reagierte bereits wenige Tage später - aber anders als erwartet: Die beantragte Vollendung unterblieb. Lediglich zum Zumauern des Eingangs und des Treppenhauses erschienen Handwerker auf der Baustelle.
Doch der hauptamtliche Geschäftsführer Wilhelm Bracht vom Verkehrsverein Möhnesee gab nicht auf und beantragte erneut den endgültigen Ausbau der Ruine zu einem Aussichtsturm und einer Kriegergedenkstätte. Endlich am 15. März 1933 erörterte der Kreisbau­ausschuss die Fertigstellung des Bismarck­turms auf der Grundlage der ursprüngli­chen Pläne des Stadtbaurats Sudhoff von 1915. Nun wurden die Maßnahmen für den Endausbau konkret und eine Schlussrate von 8.000 Mark bewilligt.
Den Auftrag erhielt Meister Haverland aus Ampen, der im August 1933 mit den Arbeiten begann. Entgegen dem Entwurf erhielt der Turm nur eine Höhe von 18 m und als Abschluss keine Feuerschale, sondern eine Besichtigungsplattform.Am Ostersonntag, dem 1. April 1934 und gleichzeitig zum 119. Geburtstag von Bismarck konnte schließlich der Gedenkturm als Aussichtsturm und Mahnmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs eingeweiht werden.
Bis 1936 war Ferdinand Bäcker aus Wippringsen Turmwächter und für die Öffnung zuständig. Danach haben Soldaten der Deutschen Kriegsmarine das Bauwerk genutzt und von 1939 bis 1945 die Deutsche Luftwaffe. Sie hatte hier Posten zur Beobachtung feindlicher Flugzeugbewegungen stationiert.
Lange Zeit blieb der Bismarckturm für die Öffentlichkeit geschlossen. Erst im Jahr 1979 setzte sich der Heimatverein Möhnesee e. V. unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Wilfried Stichmann beim Kreis dafür ein, das Gebäude für den allgemeinen Besucherverkehr wieder zugänglich zu machen. Dafür gründete sich im März 1984 der Förderverein Bismarckturm e.V.
Der Vorsitzende Wilhelm Bracht und sein Nachfolger Fritz Schwarzkopf haben für die Wiedereröffnung des Denkmals unermüdlich gekämpft und sich uneigennützig mit Erfolg eingebracht.
In den Jahren 1985 und 1986 stellte der Kreis 140.000,- DM zur Verfügung. Die Sanierungsarbeiten dauerten bis Anfang 1987. Am 21. Mai 1987 war es soweit: Der Hausherr, Oberkreisdirektor Rolf Harling, übergab den Hausschlüssel des Turms an den Vorsitzenden des Heimatvereins Otto Mantel und drei Tage später konnte der Bismarckturm der Öffentlichkeit nach einer Pause von über 50 Jahren im ‚neuen Glanz’ vorgestellt werden.
«Der Bismarckturm», so der jetzige Vorsitzende des Heimatvereins Möhnesee Norbert von Tolkacs zu unserer Heimatzeitung, «ist bei guten Sichtverhältnissen von 10 bis 12.30 Uhr sonn- und feiertags in den Sommermonaten Mai bis September von unseren Mitgliedern geöffnet und planen darüber hinaus, diese Zeiten sogar noch zu erweitern. Wir haben seit der Zugänglichmachung im Mai 1987 Jahr für Jahr über 1.000 Besucher, welche die rundum Aussicht aus einer Höhe von 300 m über NN genießen. Und bei guter Fernsicht reicht der Blick sogar bis zum Teutoburger Wald.» Weitere Informationen unter: www.bismarcktuerme.de oder www.heimatverein-moehnesee.de
bearbeitet: A. Franz, Ense
Quellen: Ursprungstexte von Jörg Bielefeld, Menden und Rundbrief Nr.: 61 des Heimatverein Möhnesee e.V., Sommerhalbjahr 2009, Seiten 13 bis 17.
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Ein herrlicher Rundumblick belohnt den Aufstieg. Das Bild zeigt z. B. die Aussicht nach Süden über den Haarstrang und den Möhnesee bis tief ins Sauerland.
Bild: Alois Franz, Ense

Veröffentlicht: 25. September 2009 im Heft-Nr.: 118 / Herbst 2009, Seiten 8 und 9.
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