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Über alte Gewichte, Maße und Münzen in unserer Heimat
Über alte Gewichte, Maße und Münzen unserer Heimat

bearbeitet: Alois Franz, Ense-Niederense
Wenn wir heute auf die Entwicklung der Euro-Währung zurückblicken, dann haben wir keine Kenntnisse mehr davon, wie kompliziert früher - bis ins 19. Jahrhundert hinein - der Geldverkehr nur allein in Deutschland war. Die Vielzahl gleichzeitig vorhandener Währungen und Münzen vor der Gründung des Deutschen Reichs 1871 erschwerten nicht nur den Handel und das Reisen.
Der Schwede Per Daniel Amadeus Atterborn (1790-1855) machte seinem Ärger über dieses «eigensinnige Unwesen in Deutschland» nach seinen Reisen per Postkutsche heftig Luft: «Die deutsche Münzrechnung würde nicht so verworren sein, wenn sie nur von dem eingewurzelten Wirrwarr durch die französischen Operationen loskommen könnte, nämlich von der unter Napoleons Gewaltherrschaft aufgekommenen Unterscheidung zwischen guten Groschen und der Groschen-Münze, einer schmutzfarbigen unechten Münze, die man noch nicht aus dem Umlauf zu ziehen vermochte. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig, da 24 gute Groschen einen Taler ausmachen, zu dem sonst 42 Groschen-Münzen gehören. Aber in jedem Falle hängt es vom guten Willen der Wirtsleute und Verkäufer ab, aus der Unkenntnis eines Ausländers im Verkehr mit ihren Dreiern, Sechspfennigen und Gott weiß was sonst noch für Unterabteilungen dieses Plunders - Vorteil zu ziehen oder nicht zu ziehen.»

Da unser Heimatgebiet vom Jahr 1180 bis 25. Februar 1803 (Reichsdeputationshauptschluss) zum Kurkölnischen Sauerland gehörte und den kurfürstlichen Erzbischöfen in Köln unterstand, waren an Haar und Möhne bis ins 19. Jahrhundert auch Kölner Münzen gebräuchlich. Aus 367 Gramm Silber (damals ein Pfund) wurden 20 «Schilling» geprägt. Ein Schilling hatte zwölf «Denar». Als Denar bezeichnete man kleine Silbermünzen im Wert eines Pfennigs. Davon abgeleitet verwendeten unsere Großeltern noch bis zum Ende des II. Weltkrieg 1945 das klein geschriebene «d» (für Denar) aus der Sütterlinschrift (altdeutsche Schrift) als Kürzel für den Pfennig.
Bis zur Mitte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte die Landbevölkerung in der Regel nur selten Bargeld. Im kleinen Handel tauschten sie Waren im Dorf auf Naturalienbasis oder boten als Gegenleistung Lohnarbeiten an. Diese Kompensationsgeschäfte waren weit verbreitet. Kaufleute dagegen, die ihre Waren zum Teil über weite Entfernungen hinweg auf vielen Märkten anbieten wollten, bezahlten mit Münzen aus Gold, Silber oder Kupfer.
Aus den Silbermünzen «Schilling» wurden später «Groschen». So gab es bei uns die «Mariengroschen», die acht Pfennig wert waren, 36 auf einen Taler. Auch waren die «Silbergroschen» im Wert von zehn Pfennig ein gängiges Zahlungsmittel und 30 davon ergaben einen Taler. Dagegen hatte der «Gute Groschen» zwölf Pfennig und nur 24 «Gute Groschen» machten den Taler aus. Später in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kannte man nur noch den Silbergroschen zu 12 Pfennig, 30 auf einen Taler. Als Münzen waren des Weiteren halbe Mariengroschen und halbe Silbergroschen im Umlauf. Letztere hatten einen Wert von 6 Pfennig.

Als Kaiser Wilhelm I. im Deutschen Reich nach dem siegreichen Feldzug gegen Frankreich 1870/71 die Goldmark
 
als Einheitswährung einführte (bis 1918), waren drei Mark ein Taler und eine Mark wiederum hatte einhundert Pfennig.

Gut einhundertvierzig Jahre ist es nun her, dass sich unsere Vorfahren vom Duodezimalsystem mit der Grundzahl zwölf auf das Zehnersystem umstellen mussten: Der Norddeutsche Bund beschloss am 17. August 1868 zum Jahreswechsel 1868/1869 das Dezimalsystem einzuführen. Dabei war eine Übergangszeit bis zum 1. Januar 1872 vorgesehen. Doch auf Anordnung des Kanzlers Otto von Bismarck galt das neue Zehnersystem für Münzen, Maße und Gewichte bereits ab der Reichsgründung 1871 deutschlandweit. Ab dem 20. Mai 1875 wurde es sogar in 18 weiteren europäischen Staaten eingeführt. Diese hatten die sogenannte Meterkonvention per Unterschrift anerkannt.

Noch aus Zeiten der Kleinstaaterei waren nach der Einführung der Goldmark-Währung im Deutschen Reich über 70 verschiedene Arten von Kupfermünzen namens «Sterling» im Umlauf.

Wie lange z. B. alte Bezeichnungen für Maße oder Gewichte umgangssprachlich erhalten bleiben, kann man heutzutage noch in manchen Geschäften, z. B. an Fleisch- oder Käsetheken hören. Da gibt es immer noch Kunden, die ein «halbes Pfund» (250 gr) oder sogar nur „ein viertel Pfund» Wurst, Käse, Gehacktes usw. wünschen, obwohl das Pfund seit 1871 kein offizielle Gewichtseinheit mehr ist. Ebenso sprechen Landwirte bei Flächenangaben gern noch von «Morgen» (2.500 qm) und beim Ernteertrag von Zentnern (50 kg) oder gar Doppelzentnern (100 kg). Genauso gut ist die alte «Deutsche Mark»-Währung seit dem 1. Januar 2002 nicht mehr existent - doch noch im Kopf vieler Bundesbürger vorhanden: Denn zum Preisvergleich wird sie nämlich gern herangezogen und der zu zahlende «Euro»-Betrag in die Altwährung «DM» umgerechnet mit der dann möglicherweise ausgesprochen Bemerkung: «Typisch ‚Teuro’!»

Größenangaben wie: ein Dutzend (12), ein halbes Dutzend (6), ein Schock (60) und ein Gros (144), verbunden mit der Grundzahl «zwölf» sind immer noch bei der älteren Generation präsent. Sie musste sich zumindest in der Schule vor mehr als 60 Jahren auch noch mit: Lot (17 Gramm), Unze (2 Lot), Rute (3,76 Meter), Elle (67 cm) und Meile (7,5 km), mit Klafter (6 Fuß) sowie mit Fuß zu 12 Zoll und ein Zoll zu 2,61 cm auseinandersetzen, obwohl diese historischen Gewichte und Maße auf Anordnung des Reichkanzlers Otto von Bismarck in Deutschland seit 1871 offiziell abgeschafft sind.


Quellen: Rundbrief 59/2008, Seite 13, Heimatverein Möhnesee e.V., Autor Dieter Abel,
Lexikon: ‚Der Großer Brockhaus’ und «Reisen im Deutschland der Postkutschen», Atterborn, zit. bei Lang S. 60 f.
 
Mariengroschen 1520 - 1556
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23.03.2017
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1246 Gründung Kloster Himmelpforten
1816 | Die Haar wird preußisch
Die Schlacht bei Bremen 1586
Kölner Erzbischof Engelbert von Berg † 07.11.1225
Wallfahrten
Gründung des Klosters Scheda
Adolf von Hatzfeld
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Die Not in der Zivilbevölkerung im 1. Weltkrieg 1914/18
Soester Fehde, Teil 2/2
Soester Fehde, Teil 1/2
Freiwillige Arnsberger Jäger-Kompanie als leichte Infanterie 1814 gegen Napoleon
1813 - Kosaken auf der Haar
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 2 von 2
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 1 von 2
Telegraphenlinie via Echtrop - Höingen
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 2, der Rückzug
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 1, Vormarsch u. Eroberungen
Kalenderreform 1582
Ernst von Bayeren stirbt am 17. Februar 1612 in Arnsberg
Goldfeuer bei Günne
1586 die Schlacht bei Bremen
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Von Hexen und Ketzern
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