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Ein Feldkreuz im Höinger Industriepark erinnert an den Niederenser Kirchweg
Ein Feldkreuz im Höinger Industriepark erinnert an den Niederenser Kirchweg
Zur Einhaltung der Sonntagsheiligung sind kath. Christen angehalten, an einer hl. Messe an jedem Sonntag teilzunehmen. So gingen die Gläubigen bis zu Anfang des letzten Jahrhunderts im Kirchspiel Bremen zu Fuß zu ihrer Pfarrkirche St. Lambertus Bremen. Diese Routen erhielten die Bezeichnung »Kirchweg«, oft auch anderenorts.
In der abgebildeten Katasterkarte von 1828/29 ist der »Niederenser Kirchweg« in der Farbe grün eingetragen. Wann und warum das Kreuz mit dem Corpus Christi an diesem Weg aufgestellt worden war, konnte bis heute nicht einwandfrei geklärt werden. Der ehemalige Kirchweg ist im Jahr 1878 im Rahmen einer kleinen örtlichen Flurbereinigung aufgehoben und in Ackerland umgewandelt worden. Das Kreuz mit Korpus blieb aber stehen, obwohl es nun mitten in einer bewirtschafteten Feldflur stand.

Der Grund für die Aufstellung des Kreuzes könnte u.a. die Bittprozessionen gewesen sein, die stets mit der Bezeichnung »Hagelfeier« in alten Kirchenrechnungen eingetragen waren.
 
   
Standort ab 2007: Anliegerweg der modernen Biogasanlage im Industriepark Höingen
 
Nach Aufzeichnungen des Pfarrers Ermes (1869 - 1886) sind diese Prozessionen mit dem Allerheiligsten zur Abwendung von Hagel und sonstigen Unwetters in »alten« Zeiten auf »Dominica infra octavam corporis Christi«, d. h. am Sonntag nach Fronleichnam abgehalten worden. Sie führten über den Kohlbrink, Rocholls Heiligenhäuschen zum Niederenser Heiligenhäuschen (2010: Parkplatz Gaststätte »Zur Haarhöhe«) und von dort über den Haarweg nach Höingen und zur Fürstenberger Kapelle, wo das Hochamt stattfand. Der Rückweg ging über Haus Füchten zurück nach Bremen. Denkbar wäre, dass die Bittprozessionen am Feldkreuz des Niederenser Kirchwegs Station hatten, um Feld und Flur zu segnen. Oder es war eine Stelle, z. B. eine Wegkreuzung, an der sich Teilnehmer/-innen dem Prozessionszug anschlossen. In späteren Zeiten sind nicht selten solche Punkte durch feste Wegkreuze markiert worden. Es könnte aber auch ein Gelöbnis bzw. ein feierliches Versprechen aus besonderem Anlass gewesen sein, das der Errichtung des Kreuzes diente.
Im Herbst 1938 zerschlugen unbekannte Vandalen den Korpus. Das eigentliche Kreuz jedoch verblieb bis zum Witterungsverfall im Jahr 1942 am alten Standort mitten im Acker. Im Jahr 1943 wurde auf Veranlassung von Fritz Söbbeler, Niederense, am westlichen Feldrand dieses Ackers ein neues Wegkreuz aufgestellt und am Sonntag, dem 10. Mai 1943, von Pastor Josef Berkenkopf (Pfarrei St. Bernhard-Himmelpforten) eingeweiht. Bei dieser Einsegnung waren zugegen: Kaspar Dümpelmann, Hermann Risse, Willi Köhler und Fritz Söbbeler.
Kurz darauf, eine Woche später am 17. Mai 1943, kam Pastor Josef Berkenkopf im Keller des Pfarrhauses der Klosterkirche Himmelpforten in den Fluten der kriegsbedingten Möhnekatastrophe tragisch ums Leben.
Das im Mai 1943 aufgestellte Kreuz blieb 24 Jahre standfest, bis es 1967 wieder ersetzt werden musste. Pastor Anton Berges von der Pfarrei St. Bernhard Nie-derense nahm am Patronatsfest, dem 20. August 1967, die Einsegnung vor.
 
Dieses Kreuz hielt 24 Jahre die Erinnerung an den ehemaligen Niederenser Kirchweg wach bis Wind und Wetter sein Holz zermürbt hatten. Als der Landwirt Ernst Söbbeler seinen 70. Geburtstag 1991 feierte, bot ihm Heinz Bittis, Niederense, aus diesem Anlass einen geschnitzten Korpus (die Darstellung des gekreuzigten Christi) an, den er selbst geschaffen hatte. So erhielt das am 14. September 1991 aufgestellte Ersatzkreuz einen Korpus, sodass der ursprüngliche Zustand des alten Wegkreuzes, wie es bis 1938 bestanden hatte, wieder hergestellt war. Die Einweihung geschah am 1. Dezember 1991 durch Pastor Josef Dohmann, Niederense.
Im Sommer 2006 begann der Bau einer Biogasanlage im Industriepark Höingen. Mehr als ein Hektar Grund und Boden waren dafür erforderlich und so musste das Kreuz im Zug der Zeit - dem »Fortschritt« und dem »Wachstum« - weichen. Trotzdem sollte und muss die Erinnerung an den ehemaligen »Niederenser Kirchweg« wach gehalten werden. So wurde am 13. Juli 2007 am Anliegerweg der modernen Biogasanlage ein von Josef Hellmann aus Niederense gezimmertes neues Kreuz mit dem von Heinz Bittis 1991 geschaffenen Korpus aufgestellt. Dabei waren anwesend: Helmut Schleimer, Parsit sowie aus Niederense Heinz Bittis, Josef Hellmann, Ernst Söbbeler, Franz-Josef Söbbeler, Johannes Söbbeler, Franz Josef Gerlach und Bernhard Söbbeler. Die Einsegnung durch Pastor Josef Dohmann, Niederense, erfolgte am 4. Mai 2008 und gehörte mit zu seinen letzten kirchlichen Amtshandlungen, bevor er in den wohl verdienten Ruhestand ging. Der heutige Standort des Wegkreuzes ist nahezu der geografische Mittelpunkt der Gemeinde Ense in 180 m Höhe über NN.

Bearbeitet: A. Franz

Quellen: Hofarchiv Söbbeler, Niederense; Cöppicus-Wex: Vom Kirchspiel zur Großgemeinde Ense (2008), S. 63/64; Pfarrer Dinkloh, 1929: Das Kirchspiel vor Hundert Jahren
 
v. l.: Helmut Schleimer, Parsit sowie aus Niederense Heinz Bittis, Josef Hellmann, Ernst Söbbeler, Franz-Josef Söbbeler, Johannes Söbbeler, Franz Josef Gerlach und Bernhard Söbbeler.
Veröffentlicht in der Ausgabe-Nr. 122 / Herbst 2010, Seiten 8 und 9
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
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