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Vor 425 Jahren: Die Schlacht bei Bremen und der rettende Meisterschuss
bearbeitet: Alois Franz, Ense-Niederense
Der Truchseßsche Krieg, auch Truchseßsche Wirren genannt, war ein von 1583 bis 1588 primär zwischen kurkölnischen und bayerischen Truppen ausgetragener Konflikt. Der Krieg vereitelte den Versuch, das Erzbistum Köln in ein protestantisches Herzogtum zu verwandeln.
Anlass der kriegerischen Auseinandersetzungen war der Konfessionswechsel des Gebhard Truchseß von Waldburg, Kölner Erzbischof und Kurfürst (1577 - 1583), der Kurköln in ein weltliches Fürstentum verwandeln wollte. Er proklamierte die Gleichberechtigung der Konfessionen, stellte den Domherren das Bekenntnis frei und wurde daraufhin der Verletzung des Geistlichen Vorbehalts (einer Regelung des Augsburger Religionsfriedens von 1555) bezichtigt. Nach seiner Heirat mit der evangelischen Gräfin Agnes von Mansfeld wurde Truchseß am 2. Februar 1583 als Erzbischof abgesetzt und am 1. April 1583 von Papst Gregor XIII. exkommuniziert.

1586 war ein wildes Jahr für die Gegend am Haarstrang! Der Kampf zwischen dem zum evangelischen Glauben übergetretenen Truchseß und dem zum neuen Erzbischof bestellten Bischof von Münster, Ernst von Bayern, um das Erzbistum Köln und dem damit verbundenen Herzogtum Westfalen, neigt sich dem Ende zu. Als Gebhard Truchseß Anfang des Jahres 1586 stark unter Druck kam, machte sein verbündeter Parteigänger aus Holland, Oberst Martin Schenk von Nideggen, mit seinem Heer von fast 2.000 Mann einen entlastenden Vorstoß ins kurkölnische Sauerland. Er eroberte die Stadt Werl, nicht aber deren feste Burg.
 
Aufgrund dieser Besetzung erließ der Landdroste des Herzogtums Westfalen Eberhard von Solms ein Aufgebot an Adel, Städte und Dörfer des Kreises gegen den Obristen Martin Schenk. Das Landvolk kam in großer Zahl beim Schloss Waterlappe unweit des alten Kirchdorfs Bremen zusammen. Hier vereinte es sich mit den zum Entsatz von Werl bestimmten Kriegsknechten. Vereint wollte diese Truppe mit über 1.500 Männern gegen Werl vordringen und Schenk in der Stadt angreifen. Dieser, durch seine Spione vorgewarnt, fand es bedenklich, sich in der Stadt einschließen oder gar angreifen zu lassen, da gleichzeitig die starke Besatzung des Schlosses, das nicht in seine Hände gefallen war, ihm viel zu schaffen machen könnte.

Er hielt es für angemessener, am 2. März 1586 mit einem Teil seiner Armee einen Angriff auf das beim Schloss Waterlappe befindliche westfälische Hauptlager des heimischen Kriegsvolks zu wagen und sein Glück im freien Felde zu suchen. Schenk warf sich gegen die Reiterei, die aus sechzig Mann bestand, und versuchte sie auseinander zu sprengen. Diese aber hielt den Angriff mit Mut und Entschlossenheit aus und wartete den günstigsten Augenblick ab, ihre einschüssigen Flinten auf den Feind abzufeuern.
 
 
 
Um diese Schusswaffen wieder mit Pulver und Bleikugeln nachladen zu können, ritten sie nach ihrer Kriegsweise eilends zurück, um sich für einen zweiten Angriff zu wappnen.

Unglücklicherweise aber hielten die westfälischen Landser des Kreisaufgebots den taktischen Rückzug ihrer Reiterei für eine wirkliche Flucht und liefen ebenfalls, so schnell sie konnten, von der Frontlinie weg und keuchend in entgegengesetzter Richtung das ansteigende Gelände (heute Höingen/Lüttringen) hinauf. Dadurch gerieten Reiter und Fußvolk durcheinander und das ganze Heer des Kreisaufgebots kam in Unordnung. Jetzt sprengte Schenk mit seinen Reitern unter die verwirrten Haufen und richtete ein furchtbares Blutbad an. Die nicht kriegsgeübten Bauern und Bürger wurden von den Schenkianern wie die Hasen gejagt und niedergemetzelt. Es war in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wohl die blutigste Schlacht Deutschlands.

Nur dreißig wackere Büchsenschützen aus Arnsberg behielten die Nerven. Sie hatten sich in einem Hohlweg hinter der Waterlappe festgesetzt und schossen, was die Lunten zündeten. Es waren verdammt gute Schützen. Vierzig der Leute Schenks waren schon gefallen. Schenk, dem nur Mut und Tollkühnheit imponierten, konnte seine Achtung vor den Dreißig nicht verbergen. Er ritt auf sie zu: »Tapferste Männer«, rief er, »ihr habt wie Helden gekämpft. Ich muss euch loben. Lasst es jetzt aber genug sein. Seht doch, die Eurigen sind zum Teil niedergemacht, zum Teil auf der Flucht. Ergebt euch! Ehrenvoll will ich euch aufnehmen und als die tapfersten Krieger behandeln.« Doch die Schützen taten so, als ob sie nichts hörten. Einer drückte ab. Die Kugel warf einen Reiterknecht tödlich getroffen aus dem Sattel. Schenk riss sein Pferd herum und gab ihm die Sporen. Ein weiterer Arnsberger Scharfschützen drückte ab. Die Kugel durchschlug das Lederzeug des Sattels und bohrte sich in Schenks Hinterteil. Das nannte man später den »Arnsberger Meisterschuss«, mit dem das Kurkölnische Sauerland vor dem Zugriff Schenks gerettet war. (aus der Schenk Biografie von Karl Kossert, S. 75, S. 79 f., Ausg. 1993 übernommen)
 
Schenk zog sich nun mit den Seinigen nach Werl zurück. Denn mit einer Bleikugel im Hintern konnte er nicht stolz zu Pferde seinen Soldaten vorausreiten. Das aber gehörte damals, wie schon seit jeher, zu einem erfolgreichen Truppenführer. Schenk wusste genau, dass ein jämmerlich auf dem Bauch liegender Obrist keine Stadt würdig und stolz einnehmen konnte. Neheim und Arnsberg sowie auch das Sauerland blieben deshalb verschont und vor Plünderungen und sonstigen Drangsalen.

Die Zahl der in der Schlacht bei Bremen, Krs. Soest, am 2. März 1586 Gebliebenen wird Quellen zufolge mit 1.000 angegeben (Friedrich zur Bonsen: Die Völkerschlacht der Zukunft am Birkenbaum, 4. Aufl. Köln 1914; Franz-Josef Mehler: Geschichte der Stadt Werl, 1891).

An der Stelle, an der vermutlich die Reitereien vor 425 Jahren aufeinandertrafen, steht heute ein Gedenkkreuz, das die Schützenbruderschaft St. Lambertus Bremen aus Anlass ihres 450jährigen Jubiläums am 27. April 1976 errichtet hat.

Weitere Quellen: »Die Schlacht bei Ense-Bremen und der Arnsberger Meisterschuss«, Wilhelm Mauren, ISBN-Nr. 3-87793-030-1, Strobel-Verlag Arnsberg 1991; Truchseßischer Krieg > www.wiswiz.de; »101 Sagen aus Neheim und Umgebung«, Hrsg. Bernd Kirschbaum, Ense, S. 236 – 240, ISBN 3-8311-0672-X;

bearbeitet: A. Franz
 
 
Veröffentlicht im Heft-Nr. 126, Herbst 2011, Seiten 8 und 9
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
E-Mail: info@ense-press.de

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