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Das Goldfeuer bei Günne
bearbeitet: Alois Franz, Ense
  Erzählungen von Geld- oder Goldfeuern sind sogenannte Wandersagen im deutschsprachigen Raum, nach denen an bestimmten Orten geisterhafte Lichter, Flammen oder brennende Münzen zu sehen waren. Im Volksglauben sind Irrlichter zwar negativ behaftet – doch in Verbindung mit der Beobachtung von Goldfeuern weisen sie auf einen verborgenen Schatz in Form von Münzen oder Gold hin und verheißen Reichtum und Glück.

Wo ein Geldfeuer brennt, so sagte man einstmals, ist unrechtes Gut verborgen. Wird der Schatz gehoben, dann wird der Geist desjenigen Menschen, der ihn versteckt hat, erlöst. Darum sucht der Teufel auf mancherlei Weise die Hebung des Schatzes zu vereiteln.

Um den Schatz zu heben, »rake« (harke) man mit dem Stock oder mit dem Fuß das Feuer auseinander oder werfe einen Schlüssel, der das Zeichen des Kreuzes trägt, hinein oder mache darüber das heilige Kreuzzeichen. Am nächsten Morgen kann man dann das Geld oder Gold holen.
Darüber hinaus ist es gut, beim Geldfeuer die Augen zu schließen, absolutes Stillschweigen zu bewahren und man sollte nicht hinter sich schauen. Vor allem denke man nicht an den Teufel. Denn sobald man ihn sich vorstellt, steht er auch in Wirklichkeit da.

Nachweise solcher Sagen gibt es in Westfalen, in Mecklenburg und in der Eifel. Auch in unserer Heimat hält sich die Sage vom Geldfeuer, z B. vom Goldfeuer bei Günne:

Um 1856 lebte in Günne ein alter Schäfer. Wiederholt hatte er um Mitternacht in einem Walde ein Geldfeuer gesehen. Er nahm sich vor, den Schatz zu heben. Einige mutige Männer fanden sich, die bereit waren, ihm dabei zu helfen. In stockfinsterer Nacht zogen sie hinaus in den Wald. Unterwegs sagte der Schäfer zu seinen Begleitern, dass man beim Graben und beim Heben des Schatzes kein Sterbenswörtchen sprechen dürfe, auch dürfe man nicht hinter sich schauen, sonst versinke der Schatz klaftertief (1) in die Erde.

Als sie um Mitternacht beim Geldfeuer anlangten, begann sogleich die Arbeit. Die Männer gruben ein tiefes Loch. Ihre Mühe war nicht vergebens: Sie stießen auf einen großen eisernen Topf, der bis zum Rand mit Goldstücken angefüllt war.
 
Als sie nun mit allen Kräften den Schatz hoben und ihn bereits an den Rand der Grube gebracht hatten, vergaß einer der Männer in seiner Herzensfreude die Schweigepflicht. Er flüsterte dem Schäfer zu: »Bolle heve ne!« (Bald haben wir ihn!). Kaum waren die Worte gesprochen, da fiel polternd der Schatz in die Grube zurück und verschwand in der Tiefe.
Nach einiger Zeit machten die Schatzgräber noch einmal den Versuch, das Gold zurückzugewinnen. Sie gingen um Mitternacht zum Wald und gruben im Geldfeuer. Da aber loderten die Flammen hoch auf. Und der Schäfer schrie: »Luie läupet, Luie, läupet, de Duiwel is do, de Duiwel is do, ick hewene all dreimol mächten (stöhnen) hort!« Und alle liefen in großer Angst davon. Das Goldfeuer aber ward seit jener Zeit nicht mehr gesehen.
bearbeitet: Alois Franz

(1) Klafter ist das Maß zwischen den ausgestreckten Armen eines ausgewachsenen Mannes und ist traditionell sechs Fuß lang oder in Preußen 1,88 Meter.

Quellen: Erich Pohl: »Die Volkssagen Ostpreußens« (2. Auflage), Georg Olms Verlag, 1975, ISBN 3-4870-5717-4 und »Sagen der Haar und Börde« von Franz Lotze, Werl 1927, Nachdruck 1975, Verlag der A. Stein´sche Buchhandlung, ISBN 3-9209-8007-7, Seiten 149, 151 und 152
 

veröffentlicht im Heft 127 / Winter 2011/12 auf der Seite 8
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
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