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Aus Enser Schulakten | Über die Not im 1. Weltkrieg 1914/18
von Eberhard Holin, Werl und Jan Schefers, Wiesbaden

Für die Schrecken des 2. Weltkriegs 1939/45 im vergangenen Jahrhundert gibt es noch Zeitzeugen, die über Kampf und Elend sowie über die schwierige Lage der Zivilbevölkerung berichten können. Über den 1. Weltkrieg 1914/18, dessen Beginn sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt, wird im Augenblick in Funk und Fernsehen ausführlich berichtet. Welche unmittelbaren Auswirkungen er aber auf unsere Heimat gehabt hat, ist im Pfarr-Archiv von St. Lambertus in Ense-Bremen nachzulesen.

Nachdem sich die Lage der Zivilbevölkerung kontinuierlich verschlechtert hatte – einerseits durch die zu Beginn des Krieges verhängte Handelsblockade und andererseits durch die verheerende Missernte (u. a. durch Kartoffelfäule infolge von Dauerregen) – erreichte die Zahl der Toten an der »Heimatfront« im sogenannten Steckrüben-Winter 1916/17 ihren ersten Höhepunkt mit ca. 700.000 Toten. In den Großstädten wurden Suppenküchen eingerichtet und die Lebensmittel allgemein rationiert.

Das Archiv gibt Auskunft darüber, wie der königliche Kreisschulinspektor am 7. September 1914 bereits die Ortsschulinspektoren und Schulleiter anwies, dass in den Handarbeitsstunden »... ausschließlich Liebesgaben für die im Felde stehenden Truppen angefertigt werden.« Das bedeutete, dass in den hiesigen Schulen »wollene Strümpfe, Pulswärmer und Leibbinden« angefertigt wurden. Das Garn dazu sollten die Kinder selbst beschaffen oder die Lehrerin sollte sich an wohlhabende Gemeindemitglieder wenden, um Material zu erhalten.

Am 10. Dezember 1916 erging an die Ortsschulinspektoren die Anweisung, sofort zu veranlassen unter anderem »... den Kaffeesatz (auch von Kornkaffee etc.) zu Futterzwecken zu sammeln. Der Satz muss zu Hause an der Luft gut getrocknet werden.«

Die Schulleiter sollten in Verbindung mit der Ortsbehörde Ortssammelstellen einrichten. »... Die Sache ist ernst und eifrig zu betreiben, die Kinder sind fortgesetzt zum Sammeln anzuregen.«

 
Eine besondere Verfügung des Kriegswirtschaftsamtes für die Provinz Westfalen in Münster vom 30. Juli 1917 betraf die Vertilgung der »Kohlweißlinge«. Da der Kohlweißling in jenem Jahr in großen Mengen auftrat, gefährdete er das Wachstum der verschiedenen Kohlarten.

»Als wirksamste Bekämpfungsmaßnahmen hat sich das Ablesen der Eier und Raupen bewährt. Die gelben Eierhäuschen befinden sich auf der Unterseite der Blätter (und) können beim Absuchen leicht mit den Fingern zerdrückt und unschädlich gemacht werden. Die Arbeit des Ablesens der Eier und Raupen lässt sich durch Schulkinder verrichten. Es wird sich empfehlen, die Kreisschulinspektoren und Lehrer auf die Beschäftigung der Kinder bei dieser kriegswirtschaftlich bedeutsamen Arbeit hinzuweisen und auch in den Tageszeitungen die Interessenten auf die drohende Gefahr und ihre zweckmäßige Bekämpfung aufmerksam zu machen.«
Kreisschulinspektor Kleine bat am 2. November 1917 darum, dass die Schulen über die Sammeltätigkeit im Krieg berichteten. Außerdem fragte er an, für wie lange die Schulen mit Brennstoff versorgt wären. »... Wo es an Brennstoff mangelt, muss schon jetzt der Unterricht so eingerichtet werden, dass auf keinen Fall während einer Zeit der Unterricht ganz ausfällt. Es müssen dann Klassen zusammengelegt oder nur Morgenunterricht eingerichtet werden.«


Das Pfarr-Archiv Ense- Bremen, Band Schulsachen III, gibt interessante Einblicke in das damalige Schulleben des ehemaligen Amtes Bremen. Nur schwer kann man sich in der heutigen Zeit in die Lage der Menschen versetzen, die während des Krieges Not und Hunger früher kennengelernt haben. •


Anmerkung der Redaktion:
Vielleicht haben die Älteren unter den Leser/-innen Ähnliches aus den Erzählungen der Großmütter und -väter erfahren?!
 
... veröffentlicht im Heimat-Journal-ense-press, Ausgabe 139 / Winter 2014/15, S. 36
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die aktuelle Ausgabe, Heft 149:
22.07.2017
1217 Drüggelte | Ein Kreuzzug beginnt
Bernhard Frick, Weihbischof
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1816 | Die Haar wird preußisch
Die Schlacht bei Bremen 1586
Kölner Erzbischof Engelbert von Berg † 07.11.1225
Wallfahrten
Gründung des Klosters Scheda
Adolf von Hatzfeld
Vorstenburg auf Richters Köpfchen über dem Ruhrtal
Die Not in der Zivilbevölkerung im 1. Weltkrieg 1914/18
Soester Fehde, Teil 2/2
Soester Fehde, Teil 1/2
Freiwillige Arnsberger Jäger-Kompanie als leichte Infanterie 1814 gegen Napoleon
1813 - Kosaken auf der Haar
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 2 von 2
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 1 von 2
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Napoleons Russland-Feldzug, Teil 2, der Rückzug
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 1, Vormarsch u. Eroberungen
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