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Das Forsthaus Himmelpforten
Eine Holztafel erinnert, wo das Forsthaus Himmelpforten von 1850 bis 1962 am Schlotweg im Arnsberger Wald unweit von Niederense gestanden hat.
Ense. Die Landgräfliche Hessische Oberförsterei Himmelpforten, die nach der Säkularisierung 1803 eingerichtet wurde, hatte bis 1896 ihren Verwaltungssitz im ehem. Zisterzienser Kloster Himmelpforten, in dem noch bis Mai 1804 Zisterzienser Nonnen tätig waren. Für den Forstschutzbezirk Himmelpforten errichtete man in den vierziger Jahren des 19. Jahrhundert (das Baujahr 1850 ist nicht dokumentiert) ein Forsthaus am Schlotweg im Arnsberger Wald. 1896 wechselte die Kgl. Preuß. Oberförsterei Himmelpforten ihren Standort nach Neheim. Von nun an hieß sie Kgl. Preuß. Oberförsterei Neheim. Mit der forstlichen Neuorganisation 1972 kam die Verwaltung der Wälder in die Zuständigkeit des Forstamtes Arnsberg der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe, um schließlich im Zuge einer weiteren Verwaltungsreform 1995 an das Staatl. Forstamt Obereimer überzugehen. Der Forstschutzbezirk Himmelpforten existierte bis zum Jahr 1932 als man ihn mit dem Forstschutzbezirk Moosfelde zur Försterei Moosfelde mit einer damaligen Gesamtgröße von rd. 720 Hektar zusammenlegte. Die Flächen der ehemaligen Schutzbezirke Moosfelde und Himmelpforten werden heute vom Forstbetriebsbezirk (Försterei) Himmelpforten geleitet. Er hat seinen Sitz im Forsthaus Moosfelde in Neheim.

Bis zur Auflösung der Försterei Himmelpforten im Jahr 1932 waren nachfolgende Forstbeamte im Forsthaus am Schlotweg für die Waldaufsicht zuständig: FriderichTuschhoff (1817 bis 1828), Waldwärter Höfer (1828 bis 1832), Carl Adam Schwarzkopf (1833 bis 1838), Waldwärter Böhme (1839 bis 1850), Adam Meyer (1850 bis 1866), Ernst-Wilhelm Wünsche (1866 bis 1870), Ludwig Göpfert (1870 bis 1901), Otto Schulte (1901 bis 1922), Hermann Eickhoff (1922 bis 1931) und Forstgehilfe Max Eickhoff (1931 bis 1932).
 
Im Jahr 1933 zog Franz Gerlach mit seiner Frau Luise und der gleichnamigen Tochter von Günne nach Niederense-Himmelpforten ins Forsthaus. Als Mitarbeiter des Staatsforstes konnte er das Gebäude im Arnsberger Wald am Schlotweg mit Stallungen und Scheune mieten. Ebenso pachtete er für den Nebenerwerb die dazu gehörenden ca. acht Hektar großen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Auch der von der Deutschen Reichspost etwa Ende der 20iger Jahre im 20. Jahrhundert eingerichtete „Öffentliche Fernsprecher“, den jedermann nutzen konnte, blieb im Forsthaus. Während das Anwesen bereits am öffentlichen Stromnetz angeschlossen war, geschah die Wasserversorgung nach altem Prinzip mittels Brunnen und Pumpe. Mit ins Forsthaus zog seinerzeit der Älteste von acht Geschwistern, Rudolf Gerlach, der ebenfalls Waldarbeiter war.

Große Plagen für Landwirte sind Wildschäden. Um sie zu vermeiden, ist Ideenreichtum erforderlich. Menschenverstand gegen Naturinstinkt! Franz Gerlach hielt oft Nachtwache mit seinen Söhnen, um das Wild von den Früchten fernzuhalten. Leider, so die Erfahrung, verhalten sich Tiere an dieser Stelle nicht so scheu, wie das Jäger erleben können, wenn sie auf ihrem Hochstand ansitzen: Beim kleinsten Geräusch oder ungünstiger Witterung macht sich das Wild auf und davon und der Jäger kann nach Hause gehen. Das Wild kommt mit Sicherheit für Stunden nicht wieder. Beim Anrichten von Wildschäden verhalten sich die Tiere völlig anders: Wartet man in der Nacht, um z.B. Rehe oder Wildschweine abzuwehren, steht man häufig auf verlorenem Posten. Wartet man hingegen abends, kommt das Wild morgens. Richtet man sich schließlich auf das Abwehren von Schäden zu frühen Morgenstunden ein, dann war das Wild meist schon da und hat große Flächen niedergemacht. Die beste Abwehr gegen Wildschäden entwickelt die Natur selbst. Haben Buchen und Eichen nämlich ein gutes Fruchtjahr, hat das Wild genügend Bucheckern und Eicheln zum Abweiden. Das erspart in solchen Jahren dem Bauern so manche Nachtwache.
  Durch unermüdlichen Fleiß hatten Gerlachs schließlich Ende der 30iger Jahre im vorigen Jahrhundert zwei Pferde und vier Kühe im Stall. Dazu kamen zehn Schweine. Das war besonders zu den Kriegs- und Notzeiten von 1939 bis 1948 eine unschätzbare Versorgungsbasis. Sogar die Milchverarbeitung durfte mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung im Forsthaus geschehen. Zusammen mit der Kleinviehhaltung von Hühnern, Gänsen und Enten war die Familie Gerlach, bezüglich ihrer Lebensmittelversorgung, nahezu eigenständig bzw. autark.

Mühen bereite der lange Fußweg ins Dorf über die Möhnebrücke. Die sechs Kinder (vier Töchter und zwei Söhne) der Familie Gerlach hatten nämlich die Strecke täglich zur Schule zu gehen. Jedes Mal waren sie bis zu dreiviertel Stunden bei Wind und Wetter unterwegs.
Das Verkaufen von Feld-, Vieh- und Gartenerträge war stets mit dem Besorgen von Grundnahrungsmitteln, wie Brot, Zucker, Salz, Mehl, Gewürze etc. eng verbunden. So hieß es, die Geschäftsgänge genau zu planen, um Wege zu sparen. Es war aber auch üblich, dass die vormittags von Mutter Luise telefonisch bestellten Lebensmittel (Öffentlicher Fernsprecher im Haus) ihre Kinder nach der Schule aus dem Dorf mit nach Hause zu bringen hatten.

In den letzten Kriegstagen zwischen März und Mai 1945 und auch noch Monate danach war es sehr gefährlich, außerhalb des Dorfes zu wohnen oder sich sogar ohne Begleitung aufzuhalten. Unberechenbare Gruppen und Horden suchten in diesen Nachkriegswirren nicht nur Essbares. Sie trugen oft die zum Kriegsende von ehemaligen Soldaten der Deutschen Wehrmacht weggeworfenen Gewehre oder Handfeuerwaffen und setzten diese auch brutal ein. Die Familie Gerlach musste im Arnsberger Wald um ihr Leben fürchten. Also packte sie im April 1945 das Nötigste zusammen und zog ins Dorf Niederense. Das Vieh bekam auf dem Hof Sörries-Schulte einen Platz und die Familienmitglieder wohnten in der alten Volksschule, dem heutigen Heimatmuseum. Fast ein Jahr dauerte die Notunterkunft ehe Gerlachs Anfang 1946 wieder zur Hofanlage der ehem. Försterei zurückkehren konnten.

Als Franz Gerlach 1962 ins Rentenalter kam, fand die Staatl. Forstverwaltung für das Anwesen keinen Nachfolger. Die Familie Gerlach zog ins Dorf Niederense in ihr neues Eigenheim am Triftweg 1. Das nicht mehr renovierungswürdige alte Forsthaus wurde abgerissen und die landwirtschaftlichen Nutzflächen aufgeforstet. Im Sprachgebrauch älterer Niederenser existiert heute noch die Redewendung: „Wir gehen nach Gerlachs rauf.“
Heinz Bittis, Niederense
(Quellen: Peter Meier, Archiv Forstverwaltung Neheim
(veröffentlicht: Ausgabe 105/Sommer 2006, Seite 9)
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Peter Haase
Rauschenberg 82
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die aktuelle Ausgabe, Heft 149:
23.06.2017
1217 Drüggelte | Ein Kreuzzug beginnt
Bernhard Frick, Weihbischof
Dietrich von Fürstenberg
1246 Gründung Kloster Himmelpforten
1816 | Die Haar wird preußisch
Die Schlacht bei Bremen 1586
Kölner Erzbischof Engelbert von Berg † 07.11.1225
Wallfahrten
Gründung des Klosters Scheda
Adolf von Hatzfeld
Vorstenburg auf Richters Köpfchen über dem Ruhrtal
Die Not in der Zivilbevölkerung im 1. Weltkrieg 1914/18
Soester Fehde, Teil 2/2
Soester Fehde, Teil 1/2
Freiwillige Arnsberger Jäger-Kompanie als leichte Infanterie 1814 gegen Napoleon
1813 - Kosaken auf der Haar
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 2 von 2
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 1 von 2
Telegraphenlinie via Echtrop - Höingen
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 2, der Rückzug
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 1, Vormarsch u. Eroberungen
Kalenderreform 1582
Ernst von Bayeren stirbt am 17. Februar 1612 in Arnsberg
Goldfeuer bei Günne
1586 die Schlacht bei Bremen
Kaspar Schwarze, gnt. Betkaspar
Von Hexen und Ketzern
Wiedenbergkapelle
Niederenser Feldkreuz
100 Jahre Schützenhalle Bremen
Pängel Anton und Deutsches Wirtschaftswunder in Ense
Heimatgeschichte-Archiv
Alte Gewichte, Maße und Münzen
Delecke: 75 Jahre Bismarckturm
Kutsche 1948 in Niederense verunglückt
Ehemaliges Totenläuten vom Niederenser Spritzenhaus
St. Anna-Kapelle
Haus Soerries-Schulte 200 Jahre alt
Farmhouse Soerries-Schulte 200 years
25 jähr. Partnerschaften mit Ense
Klosteranl. Himmelpforten bis 1943
Ense im Mittelalter
Haarstrang 390 Mio. Jahre
Hellmichs 167 Jahre Küster
Gut Oevinghausen Teil 2
Gut Oevinghausen Teil 1
B.Soerries 1883 emigriert
B.Soerries emigrates 1883
Forsthaus Himmelpforten
Tante Emma Laden
Bericht aus 1813
Bauernhaus an der Haar
Badehaus Fürstenberg
Drüggelter Kapelle
90 Jahre Möhnetalsperre
Rittergut Oevinghausen
Kunst St. Bernhardus
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Kunstwerke St. Bernhard Kirche
Speichergebäude Günne
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Vorstenburg, Ense
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Korndiemen an der Haar
Mähdrescher und mehr ...
Berühmte Pfarrer Bremen
Schlacht bei Bremen
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Kurfürstl. Kolonen 1, Günne
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Lambertus-Skulptur, Ense
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Kloster Himmelpforten (1)
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